​Der ​1. FSV Mainz 05 hat sich in den letzen Jahren in der Bundesliga etabliert und hat auch in dieser Spielzeit wohl mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. Dabei sind die Domstädter noch eine der wenigen Mannschaften, die ihre Lizenzspielerabteilung nicht ausgegliedert haben und weiterhin als eingetragener Verein agieren. Diesen Status wollen die Mainzer auch in Zukunft aufrechterhalten.


Bereits im November 2018 hatte die Rechtspflege des Amtsgerichts Mainz den Tradtionsverein zu einer Änderung der Klubstrukur gedrängt. Dabei äußerte die verantwortliche Rechtspflegerin Zweifel an der Gemeinnützigkeit des Vereins und berief sich dabei auf die hohen Umsätze und Gewinne des Bundesligisten. Bei einer Podiumdiskussion beim 4. Vereinsrechtstag am Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main unterstrichen Vertreter der Mainzer nun jedoch erneut, dass sie an ihrem bisherigen Erfolgsmodell festhalten möchten.

1. FSV Mainz 05 v 1. FC Nuernberg - Bundesliga

Die Anhänger der Mainzer gelten als Traditionalisten des Fußballs



"Der Fußball ist immer kommerzieller geworden. Wir wollen eine etwas andere Rolle spielen", wird Dr. Jan Lehmann, seines Zeichens kaufmännischer Vorstand der Domstädter, vom kicker zitiert. Dabei erklärte der Deutsche die große gesellschaftliche Bedeutung des Klubs aus Rheinhessen. Da jedoch selbst die im Ligavergleich eher schmalbrüstigen Mainzer unlängst einen Jahresumsatz von immerhin 114 Millionen Euro vermeldeten, haben sie mit einem Fußballverein im klassischen Sinne nun noch wenig zu tun. Prof. Dr. Stephan Schauhoff gab dem Funktionär der Mainzer dennoch Zuversicht, auch weiterhin ein e.V. bleiben zu dürfen.


Dass eine Ausgliederung der Profiabteilung jede Menge neuen finanziellen Mittel in einen Verein spülen kann, bewies zuletzt der ​VfB Stuttgart. Die Schwaben sind gleichermaßen jedoch ein warnendes Beispiel dafür, wie man auch mit mehr Geld auf der hohen Kante vor sportlichen Talfahrten nicht gefeilt ist. Die Mainzer setzten mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Cheftrainer ​Sandro Schwarz ohnehin erst unlängst ein Zeichen, dass sie sich den Mechanismen des Fußballs nicht komplett unterwerfen wollen. Dabei besteht auf lange Sicht jedoch durchaus die Gefahr, von den anderen Klubs im deutschen Oberhaus abgehängt zu werden.

1. FSV Mainz 05 v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Sandro Schwarz steht sinnbildlich für die Kontinuität der Mainzer


Für Prof. Dr. Lars Leuschner gilt es bei der Diskussion um die Notwendigkeit einer Ausgliederung auch andere Aspekte zu bedenken: "Es geht ja nicht darum, dass ein Verein kein Verein sein kann, sondern ob die Lizenzabteilung in eine neue Gesellschaft transferiert werden muss. Da geht es um Gläubigerschutz, denn Profisport ist ein Hochrisikogeschäft." 


Die Vereinsmitglieder des FSV hatten sich bei der letzten Versammlung für ein Festhalten an einer e.V ausgesprochen. Auch von Seiten des DFB soßen die FSV-Verantwortliche auf Verständnis. So betonte der Schatzmeister des DFB Dr. Stephan Osnabrügge, dass er die Haltung von Mainz 05 "ungeachtet der Höhe der Umsätze" verstehen könne. Doch selbst wenn die Behörden auf eine Löschung des Vereines bestehen würden, müsse den Mainzern nicht Angst und Bange werden. Schließlich ziehen sich solche Vorgänge sehr lange hin, zudem wäre nach wie vor ein Vereinsregisterauszug verfügbar, den der Verein dann bis spätestens zum 15. März bei der DFL einreichen müsste.