Der ​1. FC Nürnberg hat nach dem Unentschieden gegen ​Borussia Dortmund neues Selbstvertrauen getankt und blickt ​mit Zuversicht auf das Spiel gegen ​Fortuna Düsseldorf, welches unbedingt gewonnen werden muss. Dennoch stellt sich nach wie vor die Frage der Qualität des Kaders.


Es fiel offensichtlich eine große Last von den Schultern des Nürnberger Interimstrainers Boris Schommers, als Schiedsrichter Harm Osmers die Begegnung mit Borussia Dortmund am vergangenen Montagabend abpfiff. Der Tabellenletzte hatte sich im ersten Spiel unter Schommers mit einer guten Defensivleistung und einem ​herausragenden Christian Mathenia im Tor immerhin ein 0:0 und damit einen Punkt sichern können.

"Die Mannschaft hat mit Leidenschaft und Engagement versucht, dagegenzuhalten", freute sich Nürnbergs Coach nach Abpfiff bei Eurosport, und auch Mathenia war im Interview mit dem Sender erleichtert: "Wenn Sie Fußballdeutschland heute gefragt hätten, hätten wahrscheinlich alle auf einen Dortmunder Sieg getippt. Ich glaube, auch viele Nürnberger haben nicht damit gerechnet, dass wir heute etwas holen."

Boris Schommers

Boris Schommers war unter Ex-Trainer Michael Köllner bereits als Assistent tätig


Mit dem Remis gegen den Spitzenreiter kehrte auch die Zuversicht ins Frankenland zurück. Torwart Mathenia richtete bei Eurosport den Blick sofort auf das nächste Spiel gegen den Mitaufsteiger ​Fortuna Düsseldorf: "Da wollen wir uns diesen Punkt heute vergolden." Verteidiger Tim Leibold ist zuversichtlich, dass es klappt: "Wir sind stolz auf den Punkt und fahren jetzt mit etwas breiterer Brust nach Düsseldorf", sagte er der Bild.


Vergessen hat der 25-Jährige aber nicht, dass der letzte Sieg des Clubs mittlerweile 16 Spiele her ist - 3:0 zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf. "Das ist ja ein gutes Omen irgendwo, oder? Letztes Jahr in der zweiten Liga haben wir dort gewonnen. Wir wollen schauen, dass wir dieses Jahr daran anknüpfen." Trainer Boris Schommers sprach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel von einer gelösten Stimmung im Team, gegen die Fortuna möchte er offensiver agieren als noch gegen Dortmund. "Verteidigen kannst du auch weiter vorne. Wir wollen mehr agieren und versuchen, mehr Chancen und mehr Torabschlüsse zu bekommen", zitiert ihn der kicker.


Die Nürnberger gehen also offenbar mit viel Zuversicht ins Duell mit den Düsseldorfern, aber reicht der mentale Umschwung? Die Begegnung am Samstag ist definitiv eine entscheidende: In den Wochen danach warten mit Leipzig, Hoffenheim und Frankfurt gleich drei schwere Brocken, gegen Düsseldorf müssen also unbedingt Punkte her - sonst könnte der Rückstand beim Duell mit dem aktuellen Tabellen-15. FC Augsburg am 27. Spieltag schon zu groß sein.


Um das zu erreichen, müssen die Nürnberger irgendwie offensivstärker werden. Der FCN hat mit 218, die mit Abstand wenigsten Torschüsse in der Bundesliga abgegeben und mit gerade einmal 17 erzielten Treffern ebenfalls den schlechtesten Wert der Liga. Außerdem hat der Club, abgesehen davon, dass er wie erwähnt seit Ewigkeiten überhaupt nicht mehr gewonnen hat, auswärts noch keinen einzigen Sieg einfahren können. Zwei Unentschieden und acht Niederlagen bei einem gruseligen Torverhältnis von 6:31 stehen zu Buche.


Bei all der Aufbruchsstimmung, die rund um das 0:0 gegen Dortmund in Nürnberg entstanden ist, darf nicht vergessen werden, dass den Franken bisher ganz offensichtlich die Qualität fehlte, um in der Bundesliga zu bestehen. Die Bilanz der Offensive generell und des gesamten Teams auf fremdem Platz ist verheerend. Schommers kann daran auch nur bedingt etwas ändern, zumindest aber scheinen sich Einstellung und Selbstvertrauen verbessert zu haben. Ob es reicht, wird sich am Samstag zeigen. Ein Sieg in Düsseldorf ist eigentlich schon Pflicht.