Nachdem Davie Selke vor anderthalb Jahren von RB Leipzig zu Hertha BSC wechselte, ist der Mittelstürmer endgültig in der Bundesliga angekommen. Seit einigen Wochen zeigt sich der 24-Jährige in Bestform, bei der deutschen Nationalmannschaft war er bislang jedoch noch kein Thema. Wie die Bild berichtet, wolle daher der tschechische Fußballverband die Gunst der Stunde nutzen und Selke in die eigenen Reihen locken.


Zwar durchlief Selke sämtliche U-Mannschaften des DFB und feierte sowohl mit der U19 als auch mit der U21 den Gewinn der Europameisterschaft, doch seit Sommer 2017 durfte sich der 1,94 Meter große Angreifer kein einziges Mal das Dress der deutschen Nationalmannschaft überziehen. Dabei spricht seine jüngste Bilanz nicht gerade gegen eine Nominierung seitens Joachim Löw: Seit dem 15. Spieltag erzielte Selke zwar nur zwei Tore, lieferte dafür allerdings sechs Assists und gab seinen Platz in der Startformation seitdem nicht mehr her.


Ohnehin stehen nach 53 Einsätzen für die 'Alte Dame' 18 Treffer und 12 Torvorlagen zu Buche. Selke ist nicht nur Torjäger, sondern auch Teamplayer und könnte die Lücke im Angriffszentrum des DFB füllen. Doch es gibt einen möglichen Konkurrenten: Selkes Mutter stammt aus Tschechien, weshalb er theoretisch für den Weltranglisten-42. spielen könnte - ähnlich wie Jiri Pavlenka, Theodor Gebre Selassie (beide Werder Bremen) und Mannschaftskollege Vladimir Darida.

Davie Selke

Bei der deutschen Nationalmannschaft noch außen vor: Geht Davie Selke bald für Tschechien auf Torejagd?



"Selke ist ein wirklich guter Spieler. Ich habe mit Darida gesprochen. Er hat mit Selke darüber mal gesprochen", sagte daher Nationaltrainer Jaroslav Silhavy. Selke soll fließend Tschechisch sprechen und zudem in seiner Kindheit immer wieder seinen Großvater in Lanskroun besucht haben, kenne dementsprechend das Land.


Silhavy habe sich bereits um eine erste Kontaktaufnahme bemüht, doch wie es weiter heißt, habe Selke den Traum von einer Laufbahn beim DFB nicht aufgegeben und strebe daher weiterhin an, künftig für Deutschland zu spielen. Diese Konstellation wäre auch im Interesse von Hertha-Manager Michael Preetz, der davon überzeugt ist, dass er schon bald von Bundestrainer Joachim Löw für den Kader berufen wird: "Davie hat alle deutschen U-Nationalteams durchlaufen. Seit er bei uns ist, hat er sich in vielen Bereichen, zum Beispiel im Pass- und Kombinationsspiel verbessert und sein Potenzial bei Hertha BSC zuletzt mit guten Spielen, Toren und Vorlagen gezeigt. Wenn er das konstant bestätigt, wird alles andere von selbst kommen. Ich gehe davon aus, dass Davie Geduld haben wird mit seiner Länderspiel-Karriere."