Auf der "zweiten Ebene" des ​HSV, also dort wo das gleißende Scheinwerferlicht der Medienwelt für gewöhnlich nicht durchkommt, weil die zu verrichtende Arbeit zum größten Teil im Hintergrund, nach Möglichkeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit, verrichtet wird, ist in den vergangenen Monaten viel Bewegung reingekommen. Erst wurde im Oktober vergangenen Jahres der Vertrag mit Bernhard Peters (Direktor Sport) aufgelöst, dann ging zwei Monate später der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums,  Dr. Dieter Gudel, von Bord. Jetzt gibt es Gerüchte um einen vorzeitigen Abgang von Kaderplaner Johannes Spors.


Es sind bislang nur Gerüchte, doch an einem jeden Gerücht ist ja bekanntlich auch immer "etwas dran". Dieses Etwas stellt sich wie folgt dar: der ​1. FC Nürnberg steht, das ist allseits bekannt, seit einigen Tagen ohne sportliche Führung da. Trainer Michael Köllner (49) - weg, Sportvorstand Andreas Bornemann (47) - weg. Die Franken suchen entsprechend händeringend nach neuem Personal. Und sollen, so will es die Bild-Zeitung wissen, in Hamburg fündig geworden sein. 


Dort erledigt seit etwas mehr als einem Jahr Johannes Spors in der Funktion des Kaderplaners seinen Job. Interimsweise hat er sogar schon das Gesamtaufgabenfeld eines Sportchefs bestellt. Das war nach dem Rausschmiss des damaligen Sportchefs Jens Todt und bevor der aktuelle Sportvorstand Ralf Becker vom Liga-Konkurrenten Holstein Kiel losgeeist wurde. Klub- und branchenintern gab es seinerzeit viel Lob für Spors, der vor seiner Hamburger Station in ähnlicher Funktion schon recht erfolgreich für die TSG Hoffenheim und RB Leipzig gearbeitet hatte. Und wenn einer gute Arbeit abliefert, selbst im Hintergrund, bleibt das auf längere Zeit auch der Konkurrenz nicht verborgen. 

Zwar ist aktuell nicht klar, was aus den anderen kolportierten Kandidaten für die Nachfolge von Bornemann beim "Glubb" wird (Felix Magath soll ebenfalls sein Interesse bekundet haben), doch erste Kontaktaufnahmen zwischen dem FCN und Spors soll es bereits gegeben haben. 


Womöglich nimmt diese Personalie in dieser Woche Fahrt auf. Es heißt, dass sich die Klub-Offiziellen um Aufsichtsrats-Chef Dr. Thomas Grethlein (60) dieser Tage noch einmal zusammensetzen und beraten wollen. Danach sollen die final in Frage kommenden Kandidaten angesprochen werden. Dann wird sich zeigen, ob der HSV innerhalb eines knappen halben Jahres drei seiner "Hintergrundarbeiter" verliert.