Mit vollmundigen Ankündigungen seitens eines Spielers ist es immer so eine Sache. Folgen den blumig formulierten Worten hinterher keine Taten, werden die Aussagen demjenigen, der sie getätigt hat, förmlich um die Ohren gehauen. In Hamburg hat man damit so seine Übung. Doch trotzdem fühlte sich Lewis Holtby (28) in der vergangenen Winterpause bemüßigt, ebendies zu tun: anzukündigen, dass er in der restlichen Rückrunde möglichst in jedem Spiel ein Tor erzielen oder eine Vorlage geben wolle.


Mutige Worte von einem, der bis dato statistisch nur alle drei Spiele zu einem Scorer-Punkt gekommen war. Entsprechend hat man sich im HSV-Fanlager nach hinten gelehnt und abgewartet. "Das wollen wir doch mal sehen..."


Und tatsächlich hält Holtby (bislang) Wort. Fast jedenfalls. Zugegeben, es sind erst vier Liga-Spiele in diesem Jahr 2019 absolviert. Doch von diesen gewann der ​HSV zwei (bei einem Unentschieden und einer Niederlage). Und in drei dieser vier Partien konnte sich Holtby in die Scorer-Punkteliste eintragen, erzielte ein Tor selbst (gegen Dynamo Dresden) und bereitete zwei vor (gegen Sandhausen und zuletzt in Heidenheim). Man kommt nicht umhin, anerkennen zu müssen: Holtby hält sein Wort. 

Auf seine momentan sehr gute Form angesprochen, verriet der 28-Jährige der Mopo das "Geheimnis" seines Erfolges: durch die der Verletzung von Aaron Hunt geschuldeten taktischen Umstellung im Mittelfeld, spielt Holtby als Linksfüßer jetzt auf der halbrechten Position (vorher halblinks) - und fühlt sich da pudelwohl. "Fakt ist, dass ich mich auf der halbrechten Position sehr wohlfühle. Man hat dort als Linksfuß einfach mehr Aktionen. Das gefällt mir. Im Moment läuft es sehr gut. Es wäre schön, wenn es so weitergeht." Das dürften beim HSV wohl alle so sehen. ​