Manchmal ist ein Unentschieden mehr wert als nur einen Punkt. Und manchmal ist es andersrum. Genau darüber sinnierte auch ​HSV-Trainer Hannes Wolf nach dem 2:2-Unentschieden seiner Mannschaft beim FC Heidenheim. Ob dieser Zähler bei einem der direkten Mitkonkurrenten um den Aufstieg nun ein verlorener Punkt oder ein gewonnener war, werde man wohl erst am Ende der Saison abschließend bewerten können. Jedenfalls schien der Trainer insgesamt nicht unzufrieden und spendierte seinen Schützlingen einen Zwei-Tage-Urlaub.


"Wir haben in den letzten Wochen viel auferlegt bekommen, zwischendurch auch im Pokal gespielt", so Wolf. "Deshalb ist es gut, dass die Jungs jetzt auch mal zwei Tage frei machen können." Um dann, so sein Kalkül, mit geschärften Sinnen die bevorstehenden Aufgaben der kommenden Wochen zu meistern. Die Mannschaft nahm den unverhofften Zusatz-Urlaub mit Begeisterung auf. 


Zuckerbrot und Peitsche also beim HSV. Und vielleicht erweist es sich ja als ein strategisch sinnvoller Handgriff, den Seinen ein paar Tage der Muße zu überlassen. Zeit, in der sich ein jeder Einzelne auf die kommende Aufgabe beim Jahn Regensburg vorbereiten und einstellen kann. Regensburg? Da war doch was... genau: eine 0:5-Heimklatsche war man In Hamburg sonst eigentlich nur von den alljährlichen Gastspielen der Bayern oder der Dortmunder Borussia gewohnt. Ende September vergangenen Jahres waren es die Kicker des aktuellen Tabellenneunten der ​Zweiten Liga, die den Hamburgern ihre bislang schwerste Niederlage im Unterhaus beibrachten. 


Gut, es war damals noch ein anderer HSV als heute. Einer mit spielmachendem Torwart und ohne die Wucht eines zentralen Mittelstürmers á la Lasogga. Der kam erst zur zweiten Halbzeit, als es bereits 0:3 stand. Es war ein HSV made by Titz. Der ist mittlerweile Vergangenheit, und mit seinem Nachfolger Hannes Wolf strebt der HSV momentan scheinbar ungebremst dem Aufstieg entgegen. Von der Konkurrenz kann sich keiner so richtig entscheiden, wer denn nun die Verfolgerrolle übernehmen soll. Jeder scheint jeden schlagen zu können. Gut für den HSV, solange er denn seine Spiele gewinnt. 


Wolf fordert mehr Flanken für Lasogga


Und das tut er, wenn auch nie glanzvoll. In den letzten Spielen reichte meist die Wucht eines Pierre-Michel Lasogga, um die Spiele für sich zu entscheiden. Doch damit das auch so bleibt, fordert Wolf mehr Unterstützung für seinen Top-Torjäger (zehn Tore in 14 Spielen). "Wir müssen Pierre noch mehr füttern. Insgesamt bekommen wir zu wenige Bälle in den Strafraum, da müssen wir grundsätzlich besser werden." 


Das sah der Zitierte beim Auftritt in Heidenheim genauso: "Ich glaube, wenn wir mehr Flanken reingeschlagen hätten, hätten die Heidenheimer noch mehr von mir geträumt", fasste der Angreifer das Spiel zusammen, in dem er seine Mannschaft als besser einstufte als den Gegner.