Zur Rückrunde verlieh Hertha BSC Sidney Friede nach Belgien. Das Eigengewächs erlebte bei ​Royal Mouscron einen guten Start, will weiter auf der Erfolgswelle schwimmen und sich danach in der Hauptstadt durchsetzen. "Ich bin dort nicht abgeschrieben", sagte der 20-Jährige im Interview mit dem ​kicker.


2012 wechselte der 1,88 Meter große Mittelfeldspieler vom SC Staaken zur 'Alten Dame' und durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften, ehe er zu Beginn des vergangenen Jahres seinen ersten Profivertrag erhielt. Doch anders als beispielsweise Arne Maier, Maximilian Mittelstädt oder Jordan Torunarigha blieb Friede der Durchbruch unter Pal Dardai verwehrt. Auch die laufende Saison verbrachte er überwiegend bei der zweiten Mannschaft, weshalb er im Winter an Royal Mouscron verliehen wurde.


Manager Michael Preetz wünschte dem Eigengewächs viele Einsatzminuten. Bislang kam Friede in allen vier Rückrundenpartien zum Einsatz, erzielte dabei zwei Tore und erspielte sich rasch einen Stammplatz unter dem deutschen Trainer Bernd Storck. "Ich bin hier schnell integriert worden. Zwei Tage nach der Leihe kam ich gleich als Joker zum Einsatz, seitdem bin ich drin in der Mannschaft", lautet das Urteil nach den ersten Wochen.


Dass die Mannschaft nach der schwachen Hinrunde derzeit einen Lauf hat und die vergangenen vier Ligaspiele allesamt gewann, mache es für ihn leichter, sich einzufinden. Gegen den RSC Charleroi sowie KAA Gent gelangen Friede prompt zwei Tore, kurzum: Er fühlt sich bei seiner neuen Station wohl. "Ich freu' mich einfach und will jetzt dranbleiben. Ich kann mich hier komplett auf Fußball konzentrieren. Mouscron ist eine kleine Stadt mit nicht mal 60.000 Menschen und vielen Kirchen, da gibt's ansonsten nicht so viel Ablenkung. Das ist ganz gut für mich", sagte er mit einem Lachen.


Hilfreich scheint es auch, dass Storck im zentralen Mittelfeld voll und ganz auf Friede setzt. Der 20-Jährige spielte in der U23 der Berliner bereits im Sturm, bei den Profis wollte Dardai ihn zum Innenverteidiger umschulen. Doch Friede macht klar: "Die Position, auf der ich meine Stärken am besten ausspielen kann, ist aus meiner Sicht die Acht. Mal spielen wir hier mit einer Doppel-Sechs, mal mit einem Sechser und zwei Achtern davor. Ich kann in die gegnerische Box und selbst Torgefahr entwickeln. Das ist etwas, was mir liegt."


Friede will sich bei der Hertha durchbeißen


Doch auch die persönliche Entwicklung spielt in den kommenden Monaten eine Rolle: "Ich musste mal raus aus Berlin, mich in einer anderen Umgebung behaupten. Ich habe vorher noch bei meiner Mutter gewohnt. Der Schritt nach Belgien bringt mir nicht nur sportlich eine Menge, sondern ganz sicher auch für die Persönlichkeit."


Sidney Friede erlebt grad einen Reifeprozess, der ihm einen Schub für die Zukunft verleihen soll. Die Verantwortlichen von Royal Mouscron dürfen sich nur wenige Hoffnungen auf einen Verbleib machen, stattdessen soll die Reise im Sommer wieder zurück in die Heimat gehen: "Es war von Anfang an vorgesehen, dass ich im Sommer nach Berlin zurückkehre. Mein Ziel bleibt es, mich bei Hertha durchzusetzen. Und der Kontakt ist auch jetzt sehr eng." So tausche er sich regelmäßig mit Innenverteidiger Torunarigha sowie mit Preetz und U23-Trainer Ante Covic aus. Mit den bisherigen Ergebnissen dürften alle Beteiligten hochzufrieden sein.