​Der FC Bayern München konnte durch einen knappen 3:2-Auswärtssieg beim FC Augsburg am Freitagabend den Abstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund zumindest für zwei Nächte auf zwei Punkte reduzieren. Nicht nur die erneute Verletzung von Kingsley Coman warf jedoch einen Schatten über die Partie. Auch die erneut wacklige Defensivleistung bereitet Sorgen.


Eigentlich hatte sich das Team von Trainer Niko Kovac für die Partie gegen die Fuggerstädter vorgenommen, hinten nichts anbrennen zu lassen. Gerade einmal zwölf Sekunden nach Anpfiff warf Mittelfeldspieler ​Leon Goretzka durch eine unglückliches Eigentor diesen Plan bereits über den Haufen. Zwar zeigten die Münchner eine positive Reaktion und konnten durch einen Volleytreffer von Kingsley Coman bereits in der 17. Spielminute den Ausgleichstreffer erzielen, dennoch konnte der Cheftrainer mit dem defensiven Auftritt seiner Mannschaft wieder einmal nicht zufrieden sein. Seit nunmehr sechs Pflichtspielen in Folge mussten die Münchner somit immer mindestens einen Gegentreffer hinnehmen.

Manuel Neuer

Manuel Neuer konnte mit der Leistung seiner Vorderleute nicht zufrieden sein



Auch am Freitag gerieten die Bayern prompt erneut in Rückstand und stellten sich dabei alles andere als clever an. Zwar zogen die Spieler des deutschen Meisters daraufhin erneut an einem Strang und konnten das Spiel noch drehen, Torhüter Manuel Neuer legte nach der Partie dennoch zurecht die Finger in die Wunde. "Die Gegentore waren natürlich Wahnsinn. Erst das Eigentor, dann geht es beim zweiten Tor wieder über die gleiche Seite", so der 32-Jährige laut dem Merkur. Dabei ist sich auch der Nationaltorwart sicher, dass am kommenden ​Dienstagabend in der Champions League gegen den FC Liverpool ein ganz anderes Kaliber auf die Kovac-Elf zukommen wird.


Gegen die offensivstarken Reds, die allein in der heimischen Premier League in 26 Spielen 59 Tore erzielen konnten, gilt es endlich wieder eine geschlossene Defensivleistung auf den Rasen zu bringen. Trainer Niko Kovac hofft dabei auf eine deutliche Leistungssteigerung seiner Mannschaft, schließlich führen seiner Ansicht nach internationale Partien zu einem "ganz anderen Fokus". Ein echter Mutmacher für die Partie gegen das Team von Coach Jürgen Klopp war das Spiel gegen die Augsburger aber unterm Strich angesichts der Defensivleistung eher nicht.

Kingsley Coman

Vor seiner Verletzung agierte Kingsley Coman sehr trickreich



Der auffälligste Offensivspieler der Bayern war indes eindeutig Kingsley Coman. Der Franzose versprühte eine große Spielfreude und narrte seine Gegenspieler ein ums andere Mal. Durch seine beiden wichtigen Ausgleichstreffer konnte er zudem wichtige Signale in Richtung seiner Teamkollegen senden. Umso bitterer, dass sich der Youngster kurz vor Spielende am Knöchel verletzte und nun gegen die Reds auszufallen droht. Wie wichtig Coman derzeit für die Münchner ist, wurde durch die geschockten Reaktionen seiner Mitspieler deutlich. Laut der BILD sprach Mats Hummels von einem "Schauer", der über seinen Rücken lief und Manuel Neuer machte keinen Hehl daraus, dass der FCB einen fitten Coman aktuell "unbedingt" brauche.


Nun ist im Prinzip jede Mannschaft darauf angewiesen, dass sie von größeren Verletzungsproblemen verschont bleiben. Dass die Münchner aktuell aber derart von Coman abzuhängen scheinen und die anderen Offensivakteure nicht wirklich in die Bresche springen können, wirft wieder einmal kein gutes Licht auf die Kaderplanung des Rekordmeisters. Somit bleibt den Bayern-Bossen nichts anderes übrig, als den Fußballgott anzuflehen, auf dass ihr Offensiv-Juwel doch nicht so schwer verletzt wurde, wie befürchtet.