Nach den Entlassungen von Sport-Vorstand Andreas Bornemann und Trainer Michael Köllner weht beim ​1. FC Nürnberg ein anderer Wind. Interimstrainer Boris Schommers, der zunächst mit dem einstigen Torschützenkönig Marek Mintal übernimmt, erwartet zugleich mit Borussia Dortmund einen schwierigen Gegner. "Wir müssen sehr kompakt und aggressiv gegen den Ball arbeiten​", weiß der 40-Jährige, der auf der Pressekonferenz Veränderungen ankündigte.


Seit 15 Spielen wartet der Aufsteiger auf einen Sieg, zudem schwand die Hoffnung auf eine Chance im Kampf um den Klassenerhalt trotz des geringen Rückstands auf den Relegationsplatz immer weiter. Andreas Bornemann blieb nicht nur seiner Haltung im finanziellen Bereich, sondern auch gegenüber Trainer Michael Köllner treu und stemmte sich lange Zeit gegen eine Entlassung des Aufstiegstrainers, ehe er am Sonntagabend seinen Hut nehmen musste.


Auch Köllners Abschied, der sich aufgrund der immer schwächer werdenden Leistungen und der fehlenden klaren Linie in seiner Präsentation, wie er die Mannschaft aus den Abstiegsrängen führen wolle, andeutete, war somit besiegelt. ​Die Suche nach möglichen Nachfolgern hat bereits begonnen, doch ehe eine Entscheidung getroffen wird, übernehmen zunächst Boris Schommers und Marek Mintal die Verantwortung auf dem Trainingsplatz.

Ersterer ist derjenige, der sich gegenüber der Presse stellt und daher auf der Pressekonferenz am heutigen Freitag Rede und Antwort stand, bevor der FCN am Montagabend mit Borussia Dortmund die Mannschaft empfängt, gegen die man im Hinspiel eine bittere 0:7-Pleite hinnehmen musste. In Anbetracht der jüngsten Ergebnisse wird der Spitzenreiter allerdings nicht allzu glücklich zum Tabellenletzten reisen, wie Schommers weiß: "Die werden nichts unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen", so der 40-Jährige laut ​kicker.


"Die Mannschaft hat den Wechsel positiv aufgenommen"


Der Appell an die Mannschaft lautet daher: "Wir müssen sehr kompakt und aggressiv gegen den Ball arbeiten. Auch wir müssen agieren und auf der Suche nach Nadelstichen sein." Das Hinspiel sei derweil "in keinster Weise mehr im Kopf. Das war unser erstes Spiel gegen einen großen Gegner."


Schommers, der sich als "geradliniger, disziplinierter Trainer" beschreibt und der vor allem ein Augenmerk auf "Intensität, Freude und Leidenschaft" legt, kündigte dabei Veränderungen an - wollte jedoch noch nicht zu tief ins Detail gehen. "Sowohl in der Aufstellung als auch in der Art und Weise, wie wir spielen" wolle er der Mannschaft nach den schwierigen Monaten unter Köllner einen neuen Impuls verleihen, um neue Kräfte im Abstiegskampf freizusetzen. Was ihn dabei positiv stimmt, sei die Reaktion innerhalb der Mannschaft auf den Trainerwechsel: "Das Team hat sich in den ersten Einheiten gut präsentiert", so Schommers.

Verzichten muss er allerdings auf Virgil Misidjan und Ivo Illicevic. Während der Niederländer aufgrund der anstehenden Geburt seines Kindes erst am Wochenende wieder ins Training einsteigen könne, benötige Routinier Illicevic, der einzige Neuzugang im Winter, noch immer Zeit: "Wir werden nichts überstürzen. Die Gesundheit des Spielers geht vor." Auch Kevin Goden, Georg Margreitter (beide muskuläre Probleme) und Ewerton (Magen-Darm-Infekt) werden nicht auf dem Platz stehen können.