​Eigentlich hatte sich ​Julen Lopetegui für diese Spielzeit eine Menge vorgenommen und wollte bei ​Real Madrid als Cheftrainer in die gewaltigen Fußstapfen von ​Zinedine Zidane treten. Der spanische Fußballlehrer scheiterte jedoch auf ganzer Linie und wurde nach nur 17 Wochen entlassen. Nun äußerte sich der Coach zu seiner Zeit bei den Königlichen.


Bei seinem Wechsel zu den Madrilenen hatte der 52-Jährige eine Menge auf Spiel gesetzt. Als der Deal publik wurde, steckte der Fußballlehrer mit der spanischen Nationalmannschaft mitten in den Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft in Russland. Der spanische Verband sah sich übergangen und warf den Erfolgscoach nur wenige Tage vor dem großen Turnier raus. 


Gegenüber der BBC bezeichnete der Übungsleiter diese Entscheidung nun als einen "sehr harten Moment, den ich nie vergessen werde, weil es eine Überraschung war".

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Julen Lopetegui wirkte bei Real bisweilen ziemlich ratlos



"Nachdem ich den Spielern von meinem Wechsel zu Real erzählt habe, hatten wir unsere beste Trainingseinheit in unserer dreiwöchigen Vorbereitung. Wir waren sehr glücklich, aber am Ende hat der Präsident die Entscheidung getroffen", blickt der Spanier auf die turbulente Zeit zurück. Das schwache Abschneiden der Furia Roja musste der Trainer daher notgedrungen von der heimischen Couch aus beobachten - den Frust über die Entscheidung wollte er in Energie für seine Aufgabe bei Real umwandeln.


Doch das Jahr 2018 wird bei dem Fußballlehrer in keiner guten Erinnerung bleiben, schließlich war bei seiner Amtszeit in der spanischen Hauptstadt nach einem überzeugenden Saisonstart rasch der Wurm drin. Nach schwachen Ergebnissen und bisweilen haarsträubenden Auftritten des amtierenden Champions-League-Siegers zogen die Klub-Bosse bereits am 29. Oktober die Reißleine und setzten den enttäuschten Cheftrainer vor die Tür. Eine herbe 1:5-Klatsche im Clasico gegen den FC Barcelona hatte zuvor das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

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Zu seinen Spielern baut Julen Lopetegui stets eine enge Bindung auf



Im Gespräch mit der BBC wahrte der ehemalige Torhüter nun dennoch die Fassung und verzichtete gegen seinen Ex-Klub nachzutreten. "Ich würde niemals schlecht über Real Madrid sprechen. Diesen Klub zu trainieren ist eine fantastische Erfahrung für jeden Coach", so Lopetegui. Im gleichen Atemzug erklärte der Übungsleiter jedoch auch, dass er sich erhofft hätte, mehr Zeit zu bekommen. 


Aktuell ist der Iberer ohne Verein, er ließ aber durchblicken, dass er sich in Zukunft ein Engagement in der Premier League gut vorstellen könnte, schließlich wolle auch er die Atmosphäre und den Respekt für die Trainer auf der Insel einmal spüren.