Diese Entlassung war teuer: Im jüngsten Finanzbericht legte Manchester United auch die Abfindungszahlungen an den im Dezember entlassenen Cheftrainer José Mourinho und seinen Trainerstab dar. Wie Sky Sports berichtet, übersteigt die Summe die Abfindungen von Mourinhos Vorgängern deutlich.


Das Ende von 'The Special One' kündigte sich bereits in der Vorbereitung an. Der Portugiese forderte vehement Neuzugänge, erhielt jedoch nicht die gewünschten Verstärkungen und machte zudem mit Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft - speziell mit Weltmeister Paul Pogba - negativ auf sich aufmerksam.


Nach der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr dümpelte United plötzlich im Mittelfeld der Tabelle, die Europapokalplätze waren vor dem Jahresende weit entfernt. Nach der 1:3-Niederlage der Red Devils beim FC Liverpool musste Mourinho schlussendlich gehen, mal wieder endete seine Amtszeit in der dritten Saison.


Ein Grund, weshalb die Verantwortlichen zunächst mit einer Entlassung zögerten, könnte die hohe Abfindung sein, die an Mourinho und insgesamt fünf Mitarbeiter aus dessen Trainerstab fällig waren. Wie United vermeldete, zahlte der Verein insgesamt 22,3 Millionen Euro an das Sextett. Zum Vergleich: Vorgänger Louis van Gaal erhielt bei seiner Entlassung im Mai 2016 rund 9,9 Millionen Euro, David Moyes etwa 5,5 Millionen.


Damit kassiert Mourinho fast so viel, wie ihm vertraglich in den restlichen eineinhalb Jahren als Gehalt zugestanden hätte. Bis Sommer 2020 hätte der Portugiese noch 25,5 Millionen Euro kassiert. Kein schlechter Deal also, den sein Berater Jorge Mendes da ausgehandelt hat.

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  Darf sich über eine mächtige Millionensumme freuen: Ex-United-Trainer José Mourinho


Als Nachfolger installierte United Ex-Spieler Ole Gunnar Solskjaer, der bis Saisonende als Interimstrainer fungieren soll. Unter seiner Leitung kletterte die Mannschaft auf den vierten Platz und verlor nur eines der vergangenen zwölf Pflichtspiele, weshalb sich Geschäftsführer Ed Woodward zufrieden über die aktuelle Situation äußerte.


"Die Ernennung von Ole und Mike (Phelan) als Interimstrainer und Assistenztrainer und die Zusammenarbeit mit Kieran (McKenna), Michael (Carrick) und Emilio (Alvarez Blanco) hatte einen positiven Effekt innerhalb des Vereins. Wir sind mit der Steigerung der Leistungen seit Dezember zufrieden und konzentrieren uns auf ein starkes Ende der Saison 2018/19", so der 47-Jährige. 


Mourinho hingegen prophezeihte laut kicker kurz vor seiner Entlassung, dass es "ein Wunder" benötige, um Platz vier zu erreichen - dieses hat Solskjaer Stand jetzt vollbracht.