​Der ​VfB Stuttgart präsentierte nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Entlassung von Sportvorstand ​Michael Reschke mit ​Thomas Hitzlsperger einen renommierten Nachfolger aus den eigenen Reihen. Dass auf den sogenannten sozialen Netzwerken danach unzählige gehässige Kommentare über dessen Homosexualität zu lesen waren, ist einfach nur erbärmlich.


Dabei machte es kaum einen Unterschied auf welchem Portal man unterwegs war, sowohl bei Sport1, als auch bei den offiziellen Kanälen des VfB tummelten sich zahlreiche Kleingeistige, die nichts besseres zu tun hatten, als sich durch billigste vermeintliche Witze aus der untersten Schublade über die sexuelle Orientierung des 36-Jährigen lustig zu machen. Damit warfen sie ein äußerst schlechtes Bild auf den Fußball, der sich ohnehin bereits seit jeher mit dem Vorwurf einer Macho-Kultur auseinander setzen muss.

Im Januar 2014 hatte der heute 36-Jährige sich als erster prominenter Fußballer in Deutschland öffentlich geoutet und darauf gehofft dadurch eine öffentliche Diskussion anzustoßen. Die Reaktionen nach seiner Vorstellung als neuer Sportvorstand haben nun jedoch erneut vor Augen geführt, dass die Gesellschaft noch einen weiten Weg vor sich hat, bevor dieses Thema endlich überhaupt keinen Alass zu Diskussionen liefern wird. 


Hoffnung macht zumindest, dass sich in den Kommentarspalten auch viele vernünftige Personen aufhalten, die ihre Solidarität zu dem neuen Sportvorstand zum Ausdruck bringen. Dabei gilt es auch in Zukunft geschlossen gegen die lautstarken Hate-Kommentare vorzugehen. Dies hat dabei nichts mit überempfindlicher sozialer Gerechtigkeit zu tun, sondern einzig und allein mit gesundem Menschenverstand und einem Mindestmaß an Nächstenliebe.

Hitzlsperger selbst, wird sich - zum Glück - ohnehin nicht von seinem eingeschlagenen Weg abbringen lassen und verkörperte auch bereits bei seiner ersten Pressekonferenz in neuer Rolle auf sympathische Art und Weise eine Professionalität und Zielstrebigkeit, die dem VfB in den letzten Wochen und Monaten doch deutlich abging. Dass ein Aufschwung in den kommenden Wochen nur dann gelingen kann, wenn alle Seiten gemeinsam an einem Stang ziehen, sollte ohnehin klar sein.