Aus dem Lazarett des Hamburger SV war heute ein Erleichterungsseufzer zu vernehmen. Nachdem Douglas Santos (24) am Montagabend beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden (1:0) in der 60. Minute ausgewechselt werden musste, befürchteten nicht wenige in und um den Verein eine längere Pause des brasilianischen Dauerbrenners (bislang fehlte der Linksverteidiger bei keinem der 24 Pflichtspiele in dieser Saison). Doch jetzt gaben die Ärzte leichte Entwarnung. Und ein weiterer "Patient" steht ebenfalls kurz vor den Startlöchern.


Es lief die 60. Minute im Volkspark beim Spiel des ​HSV gegen Dynamo Dresden, als Douglas Santos plötzlich auf dem Rasen saß und um medizinische Betreuung bat. Dann, nach wenigen Sekunden, kam die typische Handbewegung von den Docs: auswechseln! Ein Schock für die Mannschaft, ein Schock für den Trainer, ein Schock für die Fans: ausgerechnet Douglas Santos - der Mann, der bislang alle Spiele absolviert hatte (lediglich beim 0:0 in Fürth in der Hinrunde wurde er zur Pause ausgewechselt). 


Und nicht nur das: der Brasilianer ist wegen seiner überragenden fußballerischen Qualitäten eigentlich der heimliche Boss der Mannschaft. Ihn im Kader gleichwertig zu ersetzen ist schlicht unmöglich. Das für ihn eingewechselte Eigengewächs Josha Vagnoman (18) machte seinen Job ordentlich, ließ hinten nichts mehr anbrennen - aber ein äquivalenter Ersatz für den Olympiasieger von 2016 ist er freilich (noch) nicht. 


Schnell wurde das Schreckensszenario einer längeren Verletzungspause für den Linksverteidiger an die Wand gemalt, doch seit heute steht fest: es handelt sich "nur" um eine Zerrung. Zwar macht diese ein Mitwirken von Santos beim kommenden Auswärtsspiel in Heidenheim (Sa, 13.00 Uhr) unmöglich, doch soll der Brasilianer bereits für das nachfolgende Gastspiel der Rothosen in Regensburg wieder bereit stehen. Die erste gute Nachricht aus dem Lazarett. 


Und die zweite folgt sogleich: Kyriakos Papadopoulos (26) mischt bereits seit ein paar Wochen wieder im Mannschaftstraining mit (wenn auch unter Vermeidung der direkten Zweikämpfe) und macht Tag für Tag Fortschritte. Unlängst postete er bereits: "Soon" (engl.: bald), ​scharrt mit den Hufen, will in dieser Saison noch mal wichtig für die Mannschaft sein. Und das findet Trainer Hannes Wolf (37) "auch gut so. Das ist seine Mentalität, seine Stärke." Gleichzeitig schränkt der Trainer aber auch ein: "Auch für Papa gilt, dass er vor einem Einsatz in der Liga erst trainiert und fit genug ist im Ganzen - nicht nur vom Knie her. Dass er dann nicht nur ein Spiel macht, sondern gesund bleibt. Diese Verantwortung übernehmen wir." 


Heißt im Klartext: man wird einen Teufel tun, den Spieler voreilig und überstürzt wieder in den Wettkampf zu schicken. Ein echtes Defensivproblem ist bei den Hanseaten ja auch nicht auszumachen. Wenn, dann hapert es eher vorne. Gut möglich also, dass der HSV im Laufe der restlichen Saison noch beide Spieler, Papa und Santos, gemeinsam aufs Feld schicken kann. ​