In Hamburg geriet das Spiel zwischen dem HSV und Dynamo Dresden gestern fast zur Nebensache. Der 1:0-Heimsieg der Hamburger wurde von einer doch sehr fragwürdigen Choreographie der Dynamo-Fans überschattet. Die Anhänger des ​Hamburger SV ihrerseits reagierten jedoch nicht erwachsener, sondern zogen mit Ost-Rassismus gleich.


Es waren erst wenige Minuten im Hamburger Volkspark gespielt, da zündeten die mitgereisten Dresden-Fans unzählige Pyro-Fackeln und nebelten damit das Stadion ein. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, präsentierten die Sachsen noch eine Choreo, die geschmacklich doch eher auf dem Niveau der Grasnarbe anzusiedeln war.


Dort zeigte man einen riesigen Dino, dem man immer wieder einen braunen Klumpen in den geöffneten Mund zuführte. Man ließ den Dino sprichwörtlich Scheisse fressen. Damit nicht genug, war am Darmausgang des Dinos noch eine kleine Zecke mit St.-Pauli-Logo aufgemalt, die sich ihrerseits von den Exkrementen des Dinos ernährt. Es stellt sich die Frage, ob eine Ähnlichkeit zu rassistischen Motiven erwünscht ist.

Nicht weniger fragwürdig aber reagierten die Fans des Hamburger SV, die mal wieder die alte „Überlegenheit“ des Westens gegenüber dem Osten vorführten. So skandierten die HSV-Anhänger: „Ohne euch fehlt nichts im Staat – weg mit Dresden, Sachsen und dem Solidaritätszuschlag.“ So geriet der Sieg der Hanseaten über die Sachsen durch den Treffer von Lewis Holtby in der Endphase des Spiels fast zur Nebensache.


Aufgrund der Fackelei im Dynamo-Block wird es wohl noch zu einer juristischen Aufarbeitung der Partie mit entsprechenden Strafen kommen. Ob aber die Choreo in die Strafe ebenfalls mit einbezogen wird, bleibt abzuwarten. Vergleichbare Fälle gab es bereits beim ​1. FC Köln, wo es ebenfalls Choreos in der Vergangenheit gab, die zumindest dazu führten, dass für längere Zeit keine Choreographien mehr durchgeführt werden durften.