​Der ​VfB Stuttgart befindet sich seit Wochen im freien Fall. Trotz einem erneuten Rückschlag gegen Fortuna Düsseldorf, darf Trainer ​Markus Weinzierl am kommenden Wochenende noch einmal auf dem Trainerstuhl der Stuttgarter Platz nehmen. Da eine Trennung ohnehin so gut wie sicher erscheint, hätten die Verantwortlichen des VfB lieber Nägel mit Köpfen machen sollen.


Wenn man der BILD Glauben schenken darf, hätte Sportvorstand Michael Reschke bereits nach dem Remis gegen die Hertha am liebsten die Reißleine gezogen und die zweite Trainerentlassung der Stuttgarter in dieser Saison in die Wege geleitet. Schlussendlich soll sich jedoch Präsident ​Wolfgang Dietrich dagegen ausgesprochen haben und gewährte seinem Coach eine erneute Chance. Der ehemalige Schalke-Trainer konnte aber auch gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf nicht in die Erfolgsspur zurückfinden und ging mit seinem Team deutlich mit 0:3 unter.

Markus Weinzierl

Markus Weinzierl konnte den VfB nicht verbessern


Die sportliche Bilanz seit der Weinzierl-Übernahme ist schlichtweg verheerend. Zehn Punkte aus 14 Spielen sind nicht nur die Statistik eines Absteigers, sondern bedeuten auch die schwächste Punkteausbeute aller Übungsleiter in der langen Vereinshistorie des Traditionsklubs. Umso überraschender, dass die Klub-Bosse auch nach der Niederlage gegen die Funkel-Elf nicht aktiv wurden. Zumal unter dem Cheftrainer des VfB bis dato keinerlei sportliche Weiterentwicklungen auszumachen sind. 


Zugegeben, zwei Trainerentlassungen in einer Spielzeit würden wahrlich kein gutes Licht auf die Verantwortlichen der Stuttgarter werfen, aber ein Trainer an der Seitenlinie, der nur wenig Rückendeckung von der sportlichen Leitung genießt, hilft auch keinem Beteiligten weiter. Dabei ist außer Frage, dass auch beim VfB der Kopf von oben stinkt. Schließlich ist der Sportvorstand für die sportliche Weiterentwicklung ebenfalls verantwortlich zu machen. Die einzige konsequente Lösung wäre daher sich sowohl von Weinzierl, als auch von Reschke zu trennen.

Michael Reschke

Sportvorstand Michael Reschke lag mit einigen Entscheidungen daneben


Dass dadurch mächtig Unruhe in den Verein kommen würde, ist zwar zweifelsohne der Fall. Dennoch könnte ein Ende mit Schrecken, im Endeffekt weitaus zielführender sein, als ein wochenlanges Schrecken ohne Ende. Ein wichtiger Faktor ist dabei jedoch mit Sicherheit auch, ob überhaupt sinnvolle Alternativen, sprich sofort verfügbare Nachfolger, zur Verfügung stehen würden. Zuletzt machten die Namen Markus Gisdol, Felix Magath und selbst Jürgen Klinsmann am Neckar die Runde.


In der Vergangenheit haben einige Klubs vorgemacht, dass das Festhalten an einem Trainer durchaus von Erfolg gekrönt sein kann. Dabei muss jedoch ein gewisser Funken innerhalb der Mannschaft erkennbar sein, den man mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit wieder zum Lodern bringen kann. Beim VfB - so scheint es - ist der Ofen bereits seit einiger Zeit aus.


Eine Garantie, dass es unter einer neuen sportlichen Leitung bergauf gehen würde, gibt es natürlich nicht. Da unter Markus Weinzierl zuletzt aber kein Aufschwung zu erkennen war und fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen eine eindeutige Sprache sprechen, könnte ein Trainerwechsel womöglich die letzte Chance sein dem kriselnden Verein wieder neue Impulse zu geben. Zudem würde durch einen neuen starken Mann an der Seitenlinie den Spielern, die durch ihr kollektives Versagen einen großen Teil zur Misere beigetragen haben, das letzte Alibi genommen werden.