​Die Aussicht bei ​Borussia Dortmund vor großen Champions-League-Abenden war schon mal besser: In der vergangenen Woche schied der Bundesliga-Tabellenführer im DFB-Pokal gegen Werder Bremen aus, in der Bundesliga gab die Borussia dann am Samstag eine 3:0-Führung noch her. Zu allem Überfluss wird Marco Reus ​am Mittwoch (21.00 Uhr) gegen die Tottenham Hotspurs fehlen. Das ist allerdings nicht das einzige Fragezeichen.


Am Samstagnachmittag gegen die TSG 1899 Hoffenheim fehlte Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre ​wegen eines grippalen Infekts. Der Schweizer stand dennoch in ständigem Austausch mit den Co-Trainern Edin Terzic und Manfred Stefes, die die Mannschaft von der Seitenlinie begleiteten. Über ein Headset war Terzic mit einem Mitarbeiter auf der Tribüne verbunden, welcher seinerseits mit Favre kommunizierte. Allerdings fehlte Dortmund die Halbzeitansprache von Favre. 


Ob der 61-Jährige den Einbruch seiner Mannschaft bis hin zum 3:3 verhindert hätte, bleibt allerdings für immer ungeklärt. Doch mittlerweile gibt es positive Nachrichten zu vermelden. Nach übereinstimmenden Berichten der Bild und des kicker soll Favre mit seiner Mannschaft nach London reisen und im Achtelfinal-Hinspiel der ​Champions League an die Seitenlinie zurückkehren.


Ist Zagadou eine Option - oder Weigl?


Trotzdem bleiben ein paar Fragezeichen, die die Mannschaft betreffen. Noch ist unklar, ob Dan-Axel Zagadou von Beginn an auflaufen kann. Immerhin hat der 19-jährige Innenverteidiger beim Testspiel der BVB-Reserve gegen den Bonners SC einen gelungenen Praxistest über 60 Minuten hinter sich gebracht. Währenddessen kann Manuel Akanji ​seit Sonntag wieder trainieren. Seit Mitte Dezember war der 23-jährige Schweizer wegen Hüftproblemen nicht mehr zum Einsatz gekommen. Für Akanji kommt ein Champions-League-Einsatz aber wohl zu früh. 

Wahrscheinlich setzt Favre wieder auf Julian Weigl und Abdou Diallo in der Innenverteidigung. Möglich wäre aber auch ein Einsatz des robusten Zagadou, der ​gegen Tottenhams Fernando Llorente sicherlich eine gute Wahl wäre. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sagte dem kicker: "Ich hoffe, dass er zumindest wieder im Kader ist." Nach Angaben der Ruhr Nachrichten könnte es auch für Lukasz Piszczek angesichts seiner Fersenprobleme mit einem Einsatz eng werden. Zu allem Überfluss bahnt sich auch ein Comeback von Spurs-Superstar Harry Kane an. Die Aufgabe für die Defensive wäre damit ungleich komplizierter. 


Defensiver oder offensiver Ansatz?


Dann stellt sich im Mittelfeld die Frage, wie Favre agieren möchte. Eher defensiv mit einem Trio bestehend aus Axel Witsel, Mahmoud Dahoud und Thomas Delaney? Oder bleibt entweder Dahoud beziehungsweise Delaney auf der Bank? Stattdessen könnte die Borussia mit Maximilian Phillip oder Mario Götze auf der Zehn eher den offensiven Ansatz wählen? Marco Reus muss in jedem Fall ​wegen einer Muskelverletzung passen.


Der erstgenannte Ansatz verspricht zumindest mehr Stabilität, zumal man auf fremden Platz zunächst etwas zurückgezogener agieren könnte. Allerdings hat das Wochenende auch gezeigt, dass sich der BVB im Spiel nach vorne am wohlsten fühlt - eine defensivere Ausrichtung könnte deshalb das falsche Signal sein. Auf Taktikfuchs Favre sollte man aber vertrauen. Der Schweizer wird alle Möglichkeiten haargenau abwägen.


Götze oder Alcacer?


In den letzten Wochen lief meist Mario Götze im Sturmzentrum auf. Paco Alcacer kam häufig von der Bank und bestätigte seiner Qualitäten als Edeljoker. Favre muss entscheiden, welchem der beiden unterschiedlichen Spielertypen er den Vorzug gibt. Tottenhams Defensive um Davinson Sanchez, Jan Verthongen und Toby Alderweireld zählt zu den besseren in der Premier League. Eine schwierige Aufgabe wird es für die Dortmunder Sturmspitze in jedem Fall. 


Mit Götze könnte man etwas flexibler agieren. Er dürfte deshalb gute Aussichten auf einen Startplatz haben.