Schalke 04 und Sebastian Rudy – das scheint nicht so recht zu passen. Der Mittelfeldspieler wurde am Samstagabend im Topspiel gegen den ​FC Bayern München bereits nach 33 Minuten ausgewechselt. Ein Schlag ins Gesicht für den einstigen Königstransfer. Eine Trennung im Sommer wäre die sinnvollste Lösung für alle Seiten.


16 Millionen Euro bezahlte der ​FC Schalke im Sommer für Sebastian Rudy an den FC Bayern und erhoffte sich dadurch einen Qualitätsschub. Nach 21 Spieltagen mit 22 Punkten und Platz 14 in der Liga ist nicht nur Ernüchterung auf allen Ebenen eingekehrt, man muss auch klar konstatieren, dass der Transfer nicht den erwünschten Effekt hatte.


Das allerdings hat mehrere Gründe. Bereits gegen Gladbach am Wochenende zuvor zeigte sich, dass Rudy einfach kein klassischer Sechser ist, den er auf Schalke spielen soll. Er ist nicht der klassischer Abräumer, Staubsauger und Kämpfer, der die Lücken zuläuft. Er kommt vielmehr über die spielerische Komponente, Rudy ist ein Achter, der die Lücken der Gegner erkennt und Schnittstellenpässe dorthin spielt, wo es dem Gegner weh tut. Auch als Spielgestalter auf der Zehn wäre er hervorragend einzusetzen.


Auf der Sechserposition aber beraubt man ihn seiner größten Stärken, denn die Defensive, so sehr sie inzwischen bei jedem Fußballer zum generellen Handwerk gehört, ist nicht die ausgeprägteste Seite des 28-Jährigen. Daher geht auch der Appell von Christian Heidel, Rudy solle mehr "Power und Leidenschaft" an den Tag legen, ins Leere. Ähnlich würde es aussehen, sollte man einen James Rodriguez beim FC Bayern oder einen Mario Götze in Dortmund auf die Position des Sechsers verschieben.


Mit der Auswechslung nach 33 Minuten hat S04-Trainer Domenico Tedesco den nächsten Star bei Schalke rasiert, nach Ralf Fährmann, Naldo und Di Santo bekam der nächste Spieler in Gelsenkirchen vor aller Öffentlichkeit sein Fett weg. Dabei dürfte Rudy, der nur einen einzigen Zweikampf in der guten halben Stunde gewann, am wenigsten dafür können, dass er seit über einem halben Jahr falsch eingesetzt und eingeschätzt wird. Gut möglich daher, dass im Sommer die Liaison wieder beendet wird. Es dürfte für beide Seiten der beste Weg sein.