Noch immer ist offen, ob James Rodriguez dem ​FC Bayern über die Saison hinaus erhalten bleiben wird. Zwar besitzen die Münchner eine Kaufoption über 42 Millionen Euro, doch der Kolumbianer ist international begehrt und unter Trainer Niko Kovac immer wieder außen vor. Innerhalb des Vereins gibt es laut des spanischen Korrespondenten Ezequiel Daray vor allem einen Fürsprecher für James, bei dem nicht nur die fußballerischen Qualitäten eine Rolle spielen.


Heutzutage sind Fußballer nicht nur für die Leistungen auf dem Platz verantwortlich, sondern zugleich eine Werbefigur des Vereins. Namhafte Spieler lassen den Verein vor allem im Ausland besser vermarkten, zudem sind ihre Trikots jederzeit begehrt. Allein der Wechsel von Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin löste bei den Fans eine riesige Euphorie aus. So wurden die Dauerkarten schlagartig erneuert, zudem stürzten sich die Anhänger der 'Alten Dame' auf das Jersey des fünffachen Weltfußballers und griffen sogar bei der Modekollektion Ronaldos zu.


"Der kommerzielle Einfluss eines Fußballers ist heutzutage entscheidend", ​erklärte Mesut Özils Berater Erkut Sögüt nach dessen Vertragsverlängerung bei Arsenal, und erklärte am Beispiel seines Klienten: "Am Ende des Tages müssen all diese Informationen in Betracht gezogen werden. Der kommerzielle Aspekt ist bei einem großen Spieler wie Mesut, der in verschiedenen Ländern gespielt hat und als Nummer 10 mit der Nationalmannschaft Weltmeister wurde, sehr groß. Sein Markt ist weltweit. Der Verein verdient mit diesen Spielern ebenfalls Geld."


Auch James Rodriguez hat einen gewissen kommerziellen Wert. Der Wechsel des Kolumbianers zum FC Bayern München sorgte vor allem in Südamerika für Aufsehen - speziell, als der 27-Jährige im vergangenen Jahr zu überzeugen wusste. Wie Daray auf ​Twitter vermeldete, wolle Bayern Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge daher nicht nur, dass James aufgrund seiner fußballerischen Qualitäten an der Isar bleibt, sondern auch für eine weitere Vermarktung des Rekordmeisters. 

So sei beispielsweise eines von vier verkauften Adidas-Trikots stets mit James' Flock versehen. Daray berichtet auch: "Als der Black Eyed Peas Sänger nach München kam, wollte er nur ein Selfie mit James. James ist eine Marke, die Bayern im Ausland stärkt." 


Mittlerweile glaubt er wieder an einen Verbleib des Kolumbianers: "Wenn man mich vor einer Woche, nachdem ich mit James gesprochen habe, gefragt hätte, hätte ich gesagt, dass ich ihn in der nächsten Saison nicht bei Bayern sehe. Nachdem ich heute mit ihm und seinem Umfeld gesprochen habe, traue ich mich, darauf zu wetten, dass man noch mehr von James in München sehen wird. Rummenigge will es."


Auch sportlich lief es zuletzt wieder besser: In den vergangenen drei Pflichtspielen stand James in der Startelf und lieferte sowohl beim 3:2 über Hertha BSC im DFB-Pokal als auch beim jüngsten Erfolg über Schalke 04 je eine Torvorlage. Nach 119 Minuten im Pokal war zwar in der Liga bereits nach 78 Minuten Schluss, doch nach seinem überwundenen Außenbandanriss scheint James Niko Kovac langsam aber sicher zu überzeugen. Für die Münchner Bayern, die natürlich auch auf die sportlichen Qualitäten des offensiven Mittelfeldspielers kaum verzichten wollen, wäre ein Verbleib auch marketingtechnisch ein großer Gewinn.