Beim 1:3 des FC Schalke 04 im Topspiel gegen den FC Bayern München lief für 'Königsblau' erneut vieles unrund - genau wie für Sebastian Rudy. Der zentrale Mittelfeldspieler erlebte eine ungemütliche Rückkehr in die Allianz Arena, bot eine wenig überzeugende Leistung und wurde daher nach gerade einmal 33 Minuten ausgewechselt. Während Trainer Domenico Tedesco seine Entscheidung diplomatisch erklärte, übte Sport-Vorstand Christian Heidel deutliche Kritik am 16 Millionen Euro schweren Sommertransfer.


Eigentlich schien Sebastian Rudy mit dem Beginn der Rückrunde auf Schalke angekommen zu sein. Der Nationalspieler, der einen schwierigen Start nach seinem Wechsel vom FC Bayern in den Ruhrpott erlebte, stand in allen vier Bundesligaspielen in der Startelf und machte den Eindruck, als wäre er besser in das Schalker-Spiel integriert.


Bei seiner Rückkehr nach München sollte er gerade das Spiel in der Offensive ankurbeln und die gefährlichen Konter über Nachwuchsstürmer Ahmed Kutucu einleiten, der erneut zuschlagen konnte und nach 24 Minuten den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte. Doch nachdem die Bayern nur zwei Minuten später wieder in Führung gingen, sah sich Domenico Tedesco nach etwas mehr als einer halben Stunde zu einer ersten Reaktion gezwungen und brachte Omar Mascarell für Rudy, der nach lediglich 20 Ballkontakten wieder vom Feld durfte.

"Es ist so, dass wir den aggressiven Sechser über Mascarell wollten. Wir waren 1:2 zurück, haben viel leiden müssen, hatten nicht den gewünschten Ballbesitz", erklärte Tedesco im Nachhinein die Entscheidung, die er als eine "für Omar, nicht gegen Sebastian Rudy" bezeichnete. 


Allerdings ist die gestrige Partie nur eine weitere Episode, die unterstreicht, dass der drittteuerste Transfer der Vereinsgeschichte als ein weiterer Flop der jüngeren Vergangenheit gelten darf. Der Fixpunkt, der er von Anfang an sein sollte, war er nur selten. Dass Rudy eher ein filigraner und unscheinbarer Spieler, keinesfalls aber ein Zweikampfmonster ist, dürfte den Verantwortlichen im Vorhinein bewusst gewesen sein - dennoch stach Schalke unter anderem RB Leipzig im Poker um den 28-Jährigen aus.


Heidel vermisst "Power"


Doch diese körperliche Note muss Rudy schnellstmöglich unter Beweis stellen, wenn er weiterhin auf Schalke bleiben will, wie Sport-Vorstand Christian Heidel laut ​RevierSport deutlich zu verstehen machte: "Er muss ganz einfach besser Fußball spielen. Ich unterstelle Sebastian nicht, dass er zu wenig Leidenschaft hat. Aber da muss ein bisschen mehr Power rein. In München ist das mit 60 Prozent Ballbesitz etwas einfacher. Bei uns muss der Sebastian sein Spiel umstellen, da muss ein bisschen mehr kommen."

Christian Heidel

    Nach der Partie fand Christian Heidel deutliche Worte. Der Sport-Vorstand kritisierte Sebastian Rudy nach seinem Auftritt in München scharf.


Mit Entscheidungen wie der gestrigen müsse Rudy schlichtweg leben: "Der Junge ist keine 18 Jahre alt, der ist 28, der ist Profi. Das ist anderen auch schon passiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Trainer in dem Moment darauf achtet, in welchem Stadion wir hier spielen. Es geht darum, durch eine Auswechslung eine Verbesserung herbeizuführen."


Allerdings brachte auch der Wechsel nicht den gewünschten Effekt. Die Abwehrreihe leistete sich teils eklatante Fehler, die der Gegner allerdings nicht ausnutzte, weshalb Schalke zur Pause lediglich mit einem 1:2-Rückstand in die Halbzeitpause gehen durfte. Viel besser wurde der Auftritt im zweiten Durchgang nicht, stattdessen konnte der FC Bayern noch einmal nachlegen und einen insgesamt ungefährdeten Sieg einfahren. Schalke hingegen hat nicht nur weiterhin mit Ergebnissen, sondern auch mit der Rolle von Sebastian Rudy, der sich auch im neuen Jahr nicht dauerhaft in der Mannschaft einfinden kann, zu knabbern.