Das Duell gegen den direkten Konkurrenten ​Hannover 96 wurde für den ​1. FC Nürnberg als Endspiel deklariert. Mit dem 0:2 haben die Mittelfranken den nächsten Nackenschlag hinnehmen müssen. Sportvorstand Andreas Bornemann stellt sich dennoch hinter Trainer Michael Köllner. 


​Schon in der 11. Spielminute hatte Nürnbergs Simon Rhein wegen eines groben Foulspiels an Julian Korb die rote Karte gesehen. Rund 80 Minuten musste Nürnberg in Unterzahl spielen, Hannover konnte aus dem numerischen Vorteil lange kein Kapital schlagen und probierte es mit Distanzschüssen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte folgte dann der Schock für den FCN: Eine zunächst ungefährlich erscheinende Flanke von Matthias Ostrzolek wurde von Hendrik Weydandt verlängert und brachte Nicolai Müller ins Spiel. Dieser wurde von der FCN-Abwehr völlig blank gelassen und hatte eine leichte Aufgabe, den Ball per Kopf im Tor unterzubringen.


Trotz Unterzahl verkaufte sich Nürnberg gut, hatte durch Adam Zrelak und Törles Knöll zwei Chancen zur Führung. Die Franken gaben sich nicht auf, hatten vor allem in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile, weil sich Hannover mehr und mehr zurückzog. Das 2:0 erneut durch Müller fiel nach einem zielstrebigen Konter der Hannoveraner. Doch hätte Nürnberg die Partie wirklich mit elf Spielern gewonnen? Um drei Punkte zu holen, muss man Tore schießen. Kein Nürnberger hat sich auf diesem Gebiet in der Bundesliga bislang hervorgetan: Weder der aktuelle Stammspieler Zrelak (2 Saisontore) noch Joker Ishak (3 Saisontore).


Nürnbergs Torwart Christian Mathenia erklärte selbstsicher nach dem Spiel: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir mit elf Mann hier heute gewonnen hätten. Hannover hat nichts auf die Platte bekommen, nur lange Bälle geschlagen. Wir haben es versucht spielerisch zu lösen, haben aber das Glück nicht auf unserer Seite, das ist einfach schade." 


Bornemann: "Die Trainerfrage stellt sich für mich nicht"


Langsam schwindet auch der Rückhalt für Trainer Michael Kölner, der Nürnberg in der vergangenen Spielzeit in die Bundesliga geführt hatte. Köllner selbst antwortete auf die Frage, ob er nach 15 Spielen ohne Sieg auch am 18. Februar gegen Borussia Dortmund noch auf der Bank sitzen werde: "Ich habe keine gegenteiligen Informationen." Auch ​Sportvorstand Andreas Bornemann wollte bei sky nichts von einer Trainerdiskussion wissen: "Die Trainerfrage stellt sich für mich nicht. Die Mannschaft ist intakt. Rot für Rhein war eine Fehlentscheidung und der Hauptgrund für die Niederlage."