Der ​VfB Stuttgart steht vor dem 21. Spieltag mit dem Rücken an der Wand. Dabei können sich die Stuttgarter bei der schwachen Konkurrenz bedanken, dass sich die Schwaben noch auf dem Relegationsplatz befinden. Zuletzt keimten Gerüchte auf, dass die Klub-Bosse ​über einen weiteren Trainerwechsel nachdenken. Dabei könnten die Entscheidungsträger sich damit endgültig selbst in die Schusslinie bringen.​


Klub-Boss Wolfgang Dietrich ist wahrlich nicht gerade für seine Zurückhaltung bekannt. So sprach der 70-Jährige in den vergangenen Jahren immer wieder von dem enormen Potenzial des Traditionsverein und wähnte den VfB auf dem Weg in Richtung Europa. Dabei gab der erfolgreiche Geschäftsmann die Geschicke der Schwaben vertrauensvoll in die Hände von Sportvorstand Michael Reschke und räumte dem ehemaligen Chef-Scout der Bayern jede Menge Macht ein.

VfB Stuttgart v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Bei den Fans genießt Wolfgang Dietrich keinen guten Ruf


Wie der ​Rücktritt von Guido Buchwald unlängst erneut vor Augen führte, sind dabei interne Kritiker nicht gerade gerne gesehen und lässt sich Reschke nur ungern von seinem Weg abbringen. Eine solche Alleinherrschaft kann im Erfolgsfall mit Sicherheit seine Vorteile haben, scheitern die Maßnahmen eines derart starken Vereinsoffiziellen jedoch in Reihe, lässt sich nicht von der Hand weisen, dass dieser eine große Teilschuld an der sportlichen Misere trägt.


Nach einer äußerst überzeugenden Rückrunde in der Vor-Saison, konnte Trainer Tayfun Korkut in der aktuellen Spielzeit keine guten Ergebnisse vorweisen und wurde Anfang Oktober 2018 entlassen. Sein Nachfolger Markus Weinzierl konnte seitdem das Ruder aber nicht rumreißen und holte mit seiner Mannschaft in zehn Spielen nur kümmerliche 13 Punkte. Dabei konnte er weder die wacklige Defensive stabilisieren, noch der lahmenden Offensive Beine machen. Einem Bericht der BILD zufolge werkeln die Klub-Bosse im Hintergrund daher angeblich bereits an einem weiteren Trainertausch. Felix Magath und Markus Gisdol sollen dabei Kandidaten sein.

Michael Reschke

Auch die Spielertransfers von Michael Reschke schlugen zuletzt nur selten ein


Die Partie am Sonntagabend gegen Fortuna Düsseldorf könnte daher für gleich mehrere Akteure ein echtes Endspiel sein. Unterliegen die Stuttgarter auch gegen die Funkel-Elf und versäumen so nach dem Remis gegen den SC Freiburg erneut einen weiteren Klub in den Abstiegskampf zu ziehen, könnten die Tage von Weinzierl bereits gezählt sein. Dabei sollten sich jedoch auch die Klub-Bosse hinterfragen, schließlich wäre dies bereits die dritte Trainerentlassung in der kurzen Amtszeit von Reschke und die zweite innerhalb einer Saison. 


Eine Entlassung von Weinzierl käme für den VfB-Sportvorstand quasi mit einer persönlichen Bankrotterklärung gleich, schließlich ist der 61-Jährige für die sportliche Weiterentwicklung des VfB hauptverantwortlich. Konsequenterweise müsste der erfahrene Funktionär daher bei einer erneuten Trainerentlassung ebenfalls seinen Hut nehmen. Da dies wiederum ein schlechtes Licht auf Dietrich werfen würde, der als großer Verfechter des Rheinländers auftrat, könnte das Abhängigkeitsverhältnis des erfolglosen Trios dazu führen, dass man die Saison mit Hängen und Würgen gemeinsam zu Ende bringen wird. Spätestens im kommenden Sommer gilt es dann aber endlich vor der eigenen Haustüre zu kehren.