Laut eines Medienberichts gab der DFB 2014 für eine Präsidiumssitzung in Brasilien weit mehr als 300.000 Euro aus. Zudem soll der Verband Geburtstagsfeiern gesponsert und einige Unklarheiten bei Verträgen mit Funktionären haben. Möglicherweise ist die Gemeinnützigkeit gefährdet.


Wie die Sport Bild berichtet, liegt dem Spiegel ein 34-seitiger Report des früheren DFB-Finanzchefs Ulrich Bergmoser vor. Dieser verließ den DFB 2018 auf eigenen Wunsch. Im Report heißt es, der DFB habe 2014 bei der Weltmeisterschaft in Brasilien eine Präsidiumssitzung abgehalten, die 370.848 Euro gekostet haben soll. Daran teilgenommen hatten unter anderem der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, dessen Nachfolger ​Reinhard Grindel (damals Schatzmeister) und Generalsekretär Helmut Sandrock.


Darüber hinaus berichtet das Magazin mit Berufung auf den Report von Geburtstagsfeiern, die der DFB gesponsert haben soll: 20.000 Euro für den 90. Geburtstag von DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun und 13.000 Euro für den 70. Geburtstag des Präsidenten des westdeutschen Fußballverbands Hermann Korfacher. Des Weiteren gebe es "unklare Anstellungs- und Honorarverträge" für DFB-Funktionäre.

Reinhard Grindel

Reinhard Grindel ist seit 2016 DFB-Präsident


Der DFB äußerte sich im Spiegel zu den Vorwürfen: Aufgrund der Dauer von Europa- und Weltmeisterschaften sei es "erforderlich, die turnusgemäßen Gremiensitzungen vor Ort abzuhalten." An den Geburtstagsfeiern habe sich der DFB nur beteiligt.


Im schlimmsten Falle könnte dem Verband wegen "Mittelverfehlung" die Gemeinnützigkeit entzogen werden. Im Artikel des Spiegel heißt es, dass Hanno Schmitz-Hüser, Steuerberater des DFB, bereits 2008 von einer "erheblichen Gefährung der Gemeinnützigkeit" gesprochen habe, da einige Funktionäre über Jahre hinweg auch private Reisen zu Fußball-Großereignissen durch über DFB finanziert haben sollen.