Noch ist Ole Gunnar Solskjaer lediglich Interimstrainer von ​Manchester United, doch der Norweger bringt sich immer weiter in die Pole Position, um das Traineramt im Sommer fest zu übernehmen. Für die Vereinsführung entwickelt sich die derzeitige Lage zu einem Luxusproblem - doch vielleicht hat Solskjaer bereits den Grundstein für eine weitere Zusammenarbeit gelegt.


​Unter der Ägide des 45-Jährigen gingen die Red Devils in zehn Spielen kein einziges Mal als Verlierer vom Platz, stattdessen feierte die Mannschaft neun Siege und ließ lediglich gegen den FC Burnley Punkte liegen. Nach dem jüngsten Sieg über Leicester City eroberte United den fünften Tabellenplatz und könnte mit einem weiteren Dreier beim FC Fulham sogar auf Platz Vier klettern, sollte der FC Chelsea im Top-Spiel gegen Manchester City erneut patzen.


Bei Solskjaers Amtsantritt und auch in den ersten Wochen darüber hinaus galt noch immer Mauricio Pochettino von Tottenham Hotspur als Favorit auf den Trainerposten im Old Trafford, doch die Erfolgsserie des Ex-Spielers bringt die Verantwortlichen immer mehr in die Bredouille. Hinzu kommt, dass Solskjaer mittlerweile selbst davon überzeugt ist, der richtige Mann zu sein, wie der Telegraph berichtet. 


Verglichen mit seiner erfolglosen Zeit bei Cardiff City, die wenige Monate nach dem Abstieg aus der Premier League endete, sei ihm der Start in Manchester schon aufgrund seiner Vergangenheit als Spieler leichter gefallen: "Manchester United liegt mir natürlich viel besser als ein Verein, der am unteren Tabellenende Probleme hat. Ich war für diesen Kampf nicht bereit. Ich sagte nicht, dass ich nicht bereit für die Premier League wäre. Das ist ein Unterschied."

Ole Gunnar Solskjaer,Marcus Rashford

   Nach nur zehn Spielen wurde Solskjaer kürzlich bereits zum 'Trainer des Monats' gekürt 


Seit seinem Karriereende 2007 habe er "den Großteil" aller Partien verfolgt und den Klub nie aus den Augen verloren. "Es ist einfacher, weil ich die DNA und die Identität von Manchester United kenne. Wir wollen Risiken eingehen. Wir wollen auf das zweite, dritte und vierte Tor gehen, weil wir das bei Manchester United einfach so machen. Wenn du damit nicht umgehen kannst, bist du beim falschen Verein."


Solskjaers "Vision" von United


Wie das Blatt berichtet, soll Solskjaer zudem bereits seine Pläne für die langfristige Ausrichtung des Vereins bei Geschäftsführer Ed Woodward, der eigentlich als Befürworter Pochettinos gilt, hinterlegt haben: "Ich habe ein Bild davon, wie dieses Manchester United in ein paar Jahren aussehen sollte", sagt der Trainer, der täglich das Gefühl habe, "dass ich dem Verein helfe und ihm meinen Stempel aufdrücke."


Um voreilige Entscheidungen zu vermeiden, werden die Verantwortlichen voraussichtlich noch eine Weile abwarten, ehe ernsthafte Gespräche mit Solskjaer geführt werden. Der derzeitige Erfolg des 45-Jährigen ist unbestritten, doch speziell bei einem so ambitionierten Verein wie Manchester United sind erst die Zeiten, in denen wenig rund läuft, genau die, in denen sich ein Trainer endgültig beweisen kann. 

Bislang überzeugt Solskjaer durch den Mentalitätswandel innerhalb der Mannschaft, die unter der offensiven Spielweise aufblüht. Marcus Rashford ist einer von ihnen - der Youngster ist seit Ende Dezember in bestechlicher Form und wurde folgerichtig zum 'Spieler des Monats' im Januar gekürt.