Beim Kampf von Profi-Fußballern gegen ihre kleineren oder größeren Malaisen ist vor allem eins immer gefragt: Geduld. Zahlreich sind die Beispiele, in denen aufgrund eines Mangels derselben und auch wegen falsch verstandenem Ehrgeiz zu schnell und zu früh wieder in den Wettkampf-Modus zurückgekehrt wurde und sich dann die Verletzungszeit nochmals beträchtlich verlängerte. 


Gerade Knieverletzungen bedürfen einer besonders sorgfältigen Genesung und Rehabilitationszeit. Niclas Füllkrug (25) erwischte es im Dezember vergangenen Jahres, just in einer Zeit, in der es für ​Hannover 96 wichtig wurde. Gegenüber der ​Bild sprach er jetzt über seine Zeit in der Reha und über seine Ziele für die verbleibende Spielzeit.


"Ich bin jeden Tag in Herrenhausen beim Doc in der Praxis, werde da behandelt und mache Bodentraining auf einer Matte. Das sind Stabilisationsübungen, Pilates ist auch dabei. Das habe ich vorher noch nie gemacht, ist echt mega gut, mega anstrengend", so der Stürmer über seinen aktuellen Alltag. 


Schwierig sei es für ihn, im Stadion sitzen zu müssen und nicht mitmischen und helfen zu können. "Aber leider ist es so, wie es ist. Ich muss", und da erwähnt der Spieler selbst die von ihm nun geforderte Tugend, "Geduld haben und hoffen, noch einmal eingreifen zu können." Vier bis sechs Monate Verletzungszeit seien ihm seinerzeit vorausgesagt worden. "Aber die Genesung läuft bisher sehr, sehr gut. Ich versuche, schneller als üblich zu sein. Das wäre klasse, wenn ich noch mal helfen könnte. Deshalb kann ich sagen: Ja, ich werde schon versuchen, diese Saison noch mal anzugreifen. Aber dass das auch klappt, kann ich nicht versprechen." Wohl war. 

Und es hängt auch nicht von ihm allein ab, sondern von der verantwortlichen medizinischen Abteilung in Absprache mit dem Trainer. Der für Füllkrug neu ist. Ob er denn Thomas Doll schon kennengelernt habe? "Zwischen Tür und Angel", gibt der Stürmer zu. "Es wird demnächst ein Gespräch geben, damit wir uns intensiver kennen lernen. Er hat mich angerufen und um ein Treffen gebeten, will sich mit mir austauschen. Das finde ich eine tolle Geste. Thomas Doll wirkt sehr sympathisch, macht einen guten Eindruck." 


Vielleicht können ja beide noch Tore des Stürmers in dieser Spielzeit bejubeln. Morgen jedoch wird der Angreifer definitiv noch von der Tribüne aus das Geschehen auf dem grünen Rasen verfolgen müssen. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr). Angesprochen auf dieses Schicksalsspiel kommentiert Füllkrug: "96 gegen Nürnberg - das wäre ein mega emotionales Spiel für mich gewesen. Nürnberg ist mir im Herzen geblieben. Ein toller Verein, tolle Fans, sehr sympathisch, bodenständig. Ich war immer gern dort, hatte eine tolle Zeit. Auch die Stadt ist cool." 


Über ein mögliches Szenario, dass sich beide Teams am Ende der Saison in Liga 2 wiederfinden, will der gebürtige Hannoveraner gar nicht lange nachdenken. "Eine doofe Situation. Beides sind geile Vereine, die meiner Meinung nach in die Bundesliga gehören. Da gibt´s einige andere, die eher runter dürften", sagt er mit einem Lachen. "Aber wir haben noch ein bisschen Zeit, das zu beeinflussen." Vielleicht ja sogar noch mit seiner tatkräftigen Unterstützung.