​Mit Timm Merten hat ​RB Leipzig schon wieder einen Fanbetreuer verloren, nachdem dieser erst fünf Monate im Amt war. In einem offenen Brief bedankt sich der Fanverband bei Merten und übt harsche Kritik am Verein.


Erst im vergangenen September war Timm Merten aus Hamburg nach Leipzig gekommen und als dritter Fanbeauftragter bei RB eingestiegen. Zuvor hatte es auf der Position bereits mehrere Rochaden gegeben, nach nur fünf Monaten ist die Stelle erneut vakant. Laut RB live sind "inhaltliche Differenzen" zwischen Verein und Merten der Grund für dessen fristlose Kündigung. 


Wie die Website weiter berichtet, sagte ein Ulta-Sprecher, dass zwei der drei Fanbeauftragten von RB versucht hätten, "Fanarbeit zu unterlaufen und zu sabotieren". Es ginge um "persönliche Interessen, um ihre Stellung gegenüber der Chefetage zu verbessern." Merten allerdings gehörte nicht dazu. Anfangs aufgrund seiner ​HSV-Vergangenheit noch kritisch beäugt, wurde er in der Fanszene der Roten Bullen inzwischen sehr geschätzt.


Der Fanverband Leipzig lobt in einem offenen Brief Mertens Arbeit und bedankt sich beim 38-Jährigen. "Wir hatten gehofft, dass mit Dir endlich ein Fanbetreuer da ist, der kontinuierlich arbeiten kann, der das Vertrauen der Fans und des Vereins genießt, der verlässlich ist - ein Fanbetreuer eben, der den Namen verdient. Deswegen bedauern wir Deinen Rückzug sehr!"


Im selben Brief wird aber auch der Verein scharf kritisiert: "RB Leipzig - wir fühlen uns als Fans von Dir schon lange nicht mehr richtig ernst genommen und respektiert. In den anderen Stadien dieses Landes sind wir das gewohnt. Im eigenen Stadion werden wir uns jedoch ganz sicher nicht zu den meinungslosen und stromlinienförmigen Konsumenten machen lassen, als die uns andere Fanszenen gern verrufen."


Mit Blick auf Merten ruft der Verband den Verein auf, zu verstehen, "dass ein Fanbetreuer am Verein auch mal Kritik üben darf und muss, wenn er Anliegen der Fans nicht richtig umgesetzt sieht." Ein Fanbetreuer solle kein Dienstbote sein, "sondern jemand mit eigenen Ideen und Vorstellungen."