Bei Eintracht Frankfurt konnte Daichi Kamada nie wirklich Fuß fassen, weshalb der japanische Offensivspieler im Sommer an den belgischen Erstligisten VV St. Truiden ausgeliehen wurde. In der Jupiler League weiß er als Torjäger zu überzeugen, weshalb sich Sportdirektor Tom van den Abbeele im Interview mit Transfermarkt.de für einen Verbleib Kamadas stark macht.


Für 1,6 Millionen Euro sicherte sich die Frankfurter Eintracht im Sommer 2017 die Dienste von Daichi Kamada, der zuvor zwei Jahre für Sagan Tosu in seiner Heimat spielte. Der variable Japaner, der als Achter, Zehner oder Hängende Spitze agieren kann, konnte nur selten Akzente setzen und wurde seit der Rückrunde der vergangenen Saison nicht mehr bei den Profis eingesetzt.


Auch Adi Hütter fand keine Verwendung für den 22-Jährigen, weshalb man sich mit St. Truiden auf ein Leihgeschäft einigte. Insgesamt verpflichtete der belgische Erstligist im Sommer fünf japanische Spieler, was mit den noch jungen Investoren zusammenhängt. "Der Verein wurde 2018 vom japanischen Unternehmen DMM übernommen. Ein Investor, der gerade seine ersten Schritte in der interessanten Welt des Fußballs hinterlässt", erklärt Sportdirektor Tom van den Abbeele.


Kamada ist auf der einen Seite nur einer von vielen, überzeugt dafür auf ganzer Linie: In 18 Ligaspielen traf er elf Mal, glänzte besonders in seinen ersten Einsätzen und ist kaum noch aus der Startaufstellung wegzudenken. Im 3-5-2 System von Trainer Marc Brys kommt er meist in der Doppelspitze zum Einsatz, wofür er ein Lob vom Sportdirektor erntet: "Kamada spielt bei uns zum ersten Mal in seinem Leben als Stürmer und hat hier bisher extrem gute Leistungen gezeigt. Aber er hat es in der Rückrunde auch schon schwieriger, weil die Mannschaften ihn jetzt kennen", lautet zugleich dessen Warnung.

Sint-Truiden vs KAA Gent - Belgian Cup Quarter-Final

    Schlägt in dieser Saison voll ein: Daichi Kamada


Doch wenn es nach dem derzeitigen Tabellenfünften der belgischen Jupiler League geht, soll Kamada über den Sommer hinaus bleiben: "Wir werden versuchen, ihn auch in der nächsten Saison in Belgien zu halten." Dies werde jedoch "keine einfache Aufgabe", angesichts potenzieller Interessenten. 


Die Eintracht dürfte ob der Leistungen erfreut sein. Kamada wird aller Voraussicht nach kaum eine Chance haben, sich durchzusetzen, doch möglicherweise werden andere Bundesligaklubs aufmerksam. Daher sieht Van den Abbeele St. Truiden auch wegen der Infrastruktur in Belgien im Nachteil: "Man kann die beiden Ligen nicht miteinander vergleichen. Das fängt beim Budget der Vereine an. Außerdem spielen wir aktuell im Schnitt vor 6.000 Zuschauern. Das ist ein großer Unterschied." Doch möglicherweise gelingt ihm die Überraschung und der Angreifer bindet sich in einigen Monaten langfristig an den Verein.