​VfB-Aufsichtsrat Guido Buchwald tritt zurück. Als Grund führt der Ex-Nationalspieler ein zerrüttetes Verhältnis zu den anderen Aufsichtsrats-Kollegen an. 


"Nach reiflicher Überlegung und einer Nacht ohne Schlaf habe ich entschieden, von meinen Ämtern als Aufsichtsrat der VfB Stuttgart AG und Botschafter des VfB Stuttgart e.V. mit sofortiger Wirkung zurückzutreten", teilte Buchwald am Montag in einer persönlichen Erklärung mit. "Der VfB lag und liegt mir immer am Herzen, und deshalb ist mir der Entschluss auch nicht leicht gefallen", bedauerte der Weltmeister von 1990. 


Wie jedoch kam Buchwald zu seiner Entscheidung? Nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg habe es Vorwürfe gegeben, es sei versucht worden "mir die Schuld an der Situation, in der die Mannschaft steckt, in die Schuhe zu schieben. Deshalb kann ich mein Amt auch nicht mehr konstruktiv ausüben beziehungsweise so ausfüllen, wie ich mir das vorstelle", erklärte Buchwald. Diese Situation lasse ihm nun "keine andere Möglichkeit", schrieb der Ex-Spieler des VfB Stuttgart (384 Pflichtspiele). 


Ruhe kehrt beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart damit keineswegs ein. Die Kritik vieler Fans gegen den Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Dietrich nahm zuletzt ausgeprägte Formen an. Auch ​Sportvorstand Michael Reschke ist längst nicht mehr unumstritten. 



Buchwald kritisierte Korkut-Vertragsverlängerung


Im November 2018 hatte VfB-Ehrenspielführer Buchwald in einem Interview mit Sport1 scharfe Kritik an Rescke geäußert. "Einige Entscheidungen waren sicher unglücklich", meinte Buchwald 

einen Tag vor der 0:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt. "Die Länge der Vertragsverlängerung mit Holger Badstuber war fragwürdig, die vorzeitige Verlängerung des Kontrakts mit Korkut zu diesem Zeitpunkt unnötig", führte Buchwald damals aus. 


Nach der  Aufsichtsratssitzung im Dezember hatte Buchwald das Interview öffentlich bedauert und Reschke die Entschuldigung angenommen. Aber das Verhältnis der beiden war auf die Probe gestellt, jetzt ist es offiziell beendet.