Der 53. Super Bowl in Atlanta wurde mit großen Erwartungen herbei gesehnt. Am Ende stand ein 13:3 für die Patriots auf dem Scoreboard. Was man aus dem Finalspiel für Schlüsse ziehen kann und wie der Super Bowl im Netz ankam: Wir klären euch am "Morgen danach" über alles auf, was ihr wissen müsst.


Die New England Patriots gewinnen 13:3


Zuerst geben wir euch einen kleinen Einblick über das eigentlich Spiel. Das erste Quarter begann für beide Teams sehr zerfahren. Für Star-Quarterback Tom Brady begann der Super Bowl sogar mit einer Interception, die allerdings ohne Folgen blieb. Die Defensiv-Reihen neutralisierten sich weiterhin und so endete das erste Viertel ohne Punkte. Das lag auch daran, dass Patriots-Kicker Stephen Gostkowski ein 46-Yard Field Goal ​verfehlte.


Auch im zweiten Spielabschnitt taten sich beide Teams schwer. Vor allem die Rams kamen mit dem enttäuschenden Jared Goff überhaupt nicht ins Rollen. Die Patriots konnten die Schwächephase aber auch nicht nutzen, erzielten mit einem Field Goal zumindest aber die ersten Punkte der Partie.


Los Angeles' trauriger Rekord sinnbildlich für ihr Finale

Traurig: Punter Hekker war der "beste Offensiv-Spieler" der Rams


Im dritten Viertel nahm das Niveau des Spiels sogar noch weiter ab. Die Rams sorgten auch für einen traurigen Rekord. Es ist das erste Team, welches in einem Super Bowl acht aufeinander folgende Angriffe "puntete", sprich, einen unerfolgreichen Angriffsversuch abbrechen, indem man dem Gegner den Ball überlässt. Es war symbolisch für das schwache Angriffsspiel von Los Angeles. Immerhin gelang Kicker Greg Zeuerlein ein Field Goal über 53 Yards zum Ausgleich.


Das letzte Viertel nutzten dann die Patriots, um den Sack zu zumachen. Der erste und einzige Touchdown brachte New England auf die Siegerstraße. Ein weiteres Field Goal sorgte für den Endstand. Somit endete der Super Bowl, wie er begonnen hatte: Zerfahren und enttäuschend.


Hohe Erwartungen, große Enttäuschungen


Vor dem Spiel freuten sich die meisten Fans auf ein furioses Offensiv-Spektakel. Immerhin trafen zwei der besten Offensivreihen aufeinander. Was folgte, war eine Enttäuschung, sowie etliche Negativrekorde. Nie wurden in einem Super Bowl so wenig Punkte erzielt. Die so hochgelobten Stars der Rams konnten nie wirklich überzeugen und sorgten so für eine erschreckende Leistung. Kein Team erzielte im Finalspiel bisher weniger als drei Punkte.


Zwischendurch erreichte das Spiel offensiv maximal Pre-Season Niveau. Technische Highlights und spektakuläre Pässe waren Mangelwaren. Einzig und allein​ die Defensiv-Reihen lieferten sich einen harten Kampf und waren die einzigen Spieler mit Normalform. Weder Tom Brady und seine Laufspieler, noch Jared Goff und seine Mitspieler fanden eine wirkliche Lösung gegen die starken Defense Line-ups.


Zahlen zum Spiel und wenige Lichtblicke


Trotz des schwachen Spiels gehen die New England Patriots als verdienter Sieger vom Feld. Für Tom Brady und Coach Bill Belichick​ war es der sechste Erfolg und das innerhalb von 17 Jahren. Somit ziehen die Patriots nun als erfolgreichste Mannschaft mit den Pittsburgh Steelers gleich. Tom Brady ist hingegen fortan der einzige NFL-Spieler mit insgesamt sechs Siegen.



In einem Spiel mit insgesamt 14 Punts sorgte Johnny Hekker auch für ein kleines Highlight. Der Rams-Akteur schlug den Ball insgesamt 65 Yards weit weg, ein neuer Super-Bowl-Rekord. Ansonsten hatten die Rams kaum Lichtblicke. 


Spieler des Spiels war der Patriots-Star Julian Edelman. Als einer der wenigen Offensivspieler sorgte er immer wieder für viel Raumgewinn. Insgesamt fing der agile US-Amerikaner zehn Pässe und erlief daraufhin 141 Yards. Eine starke Vorstellung, die den Titel des Finals-MVP verdient.


Reaktionen aus dem Netz - Halbzeitshow sorgt für Häme 


Im Internet dominierten vor allem die Reaktionen auf den Rekord für Tom Brady, aber auch das unspektakuläre Spiel wurde oft thematisiert.


LeBron James fasste die Karriere für Tom Brady wieder einmal mit einem einfachen Post zusammen. In seinem Tweet würdigte er den 41-Jährigen erneut als den "Greatest of all time".



Auch der mit einem Sieg verbundene Besuch beim amerikanischen Präsidenten sorgte für Gesprächsstoff. Manch einer vermutete, dass beide Teams einem Besuch beim stark kritisierten Präsidenten Donald Trump aus dem Weg gehen wollten.



Viele deutschen Fans amüsierten sich aber auch über das wenig spektakuläre Spiel und scherzten teils auch ironisch.


Abschließend dominierte allerdings die Faszination zu diesem Großereignis. Auch Bundesligist Hertha BSC Berlin verfolgte das Spiel, mehr oder weniger aufmerksam.



Wie man es besser macht, twitterte die Werkself auf humorvolle Art:

Die Halbzeitshow passte sich dem Niveau des Spiels an. Mit Musik-Acts von Maroon 5, Big Boi und Travis Scott wollte man das Publikum euphorisieren. Man machte sich mit einer gelangweilten Performance aber eher zum Gespött. So schlecht kamen in den letzten Jahren kaum Stars weg.


Vorfreude auf die nächste Saison 


Nach dem Super Bowl ist vor dem Super Bowl. Natürlich ist es bis zum nächsten Finale noch knapp ein Jahr hin, doch die Teams wenden sich gleich wieder der neuen Saison zu. Die Los Angeles Rams werden sich von nach ihrer Niederlage aufraffen und mit dem hochtalentierten Team neu fokussieren können.


Für die New England Patriots endet mit dem neuerlichen Erfolg so langsam eine Ära. Vielleicht ist der Hunger bei den Alt-Stars nun etwas gestillt, angreifen will man in der nächsten Saison natürlich erneut. Es beginnt für die Football-Fans nun wieder die Zeit des Wartens, der Super Bowl LIV ist schließlich die nächste Chance für viele, einen Ring zu gewinnen.​