​Am Sonntagabend kam der ​VfB Stuttgart im Heimspiel gegen den ​SC Freiburg nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Den Gästen gelang dabei in der Nachspielzeit der späte Ausgleichstreffer. Kurz zuvor wurde ​Mario Gomez von Schiedsrichter Deniz Aytekin mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Der gefrustete Torjäger mutmaßte im Anschluss über die Gründe des Platzverweises.


In der 85. Spielminute ahndete der Unparteiische einen Ellbogencheck des ehemaligen Nationalspielers. Nur vier Minuten später sah der 33-Jährige für ein fast identisches Vergehen die Ampelkarte und musste den späten Punktverlust seiner Mannschaft vom Innenraum der Mercedes-Ben Arena aus beobachten. 


Nach der Partie war der Routinier mit der drastischen Regelauslegung des Referees alles andere als einverstanden. "Ich sehe bei beiden Situationen den Gegenspieler nicht, weil ich Richtung Ball schaue, springe hoch - das ist eine ganz normale Bewegung", wird der Angreifer vom kicker zitiert.

Mario Gomez

Mario Gomez musste den Rasen vorzeitig verlassen


Der Angreifer vermisste vor allem das nötige Fingerspitzengefühl des Spielleiters. "Wie soll ich hochgehen zum Kopfball? Natürlich holt man aus. Ich habe in meiner Karriere drei Millionen solcher Zweikämpfe geführt", so Gomez, der in seinem 548. Profispiel zum ersten Mal frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Der emotional aufgeladene Torjäger unterstellte Aytekin daher eine Agenda. So hätte er eine Gelbe Karte nachvollziehen können, "aber in vier Minuten eine Gelb-Rote zu geben: Das muss man schon wollen." 


Dabei bezog sich der gebürtige Riedlinger auf die Vorgänge im Hinspiel gegen die Breisgauer, das ebenfalls von Aytekin geleitet worden war. Damals hatte sich der Angreifer ebenfalls über die Spielleitung des 40-Jährigen beschwert und wurde nach eigenen Aussagen nur wenig später im Spielertunnel gestellt. "Wenn das die Art ist, wie man miteinander redet, dann gute Nacht", so der angebliche Wortlaut des Schiedsrichter damals. Am Sonntag konfrontierte Gomez daher den Referee mit diesen Aussagen. "Ich habe ihm gesagt, er hat sich das Hinspiel gut gemerkt", so der angefressene Offensivspieler.

Deniz Aytekin

Deniz Aytekin hatte alle Hände voll zu tun


Aytekin habe angeblich jedoch recht souverän auf die Unterstellungen reagiert und dem Stürmer am Sonntag versichert, dass der Platzverweis keineswegs eine Art Retourkutsche gewesen sei. Auch Gomez ruderte daher ein Stück weit zurück und gab zu Protokoll, dass es sich wohl doch nicht um eine Rache gehandelt habe. "So habe ich es interpretiert, doch damit lag ich falsch", versuchte der ehemalige Bayern-Profi die Wogen schlussendlich wieder zu glätten. 


Dass die Gelb-Rote Karte dennoch mit spielentscheidend war, daran lässt der Routinier keine Zweifel aufkommen. Schließlich gäbe eine späte Überzahl jeder Mannschaft einen Push, schon alleine "weil auf die erste Reihe dann nicht mehr so viel Druck" ausgeübt werden könne.