Auch wenn Timo Werner beim 3:0-Sieg von RB Leipzig über Hannover 96 nicht auf dem Platz stand, war der Stürmer am Sonntagmorgen bei der Sky-Sendung 'Wontorra - der Fußball-Talk' eine der Thematiken, mit denen sich Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick auseinandersetzen musste. Der 60-Jährige ist weiterhin optimistisch, stellte allerdings klare Bedingungen - und äußerte sich auch zum Machtverhältnis mit dem künftigen Trainer.


Die Lage ist seit geraumer Zeit klar: Werners Vertrag endet 2020, ein Angebot zur Verlängerung liegt bereits vor. Der Nationalspieler zögert noch, allerdings soll er verkauft werden, wenn er sich gegen eine weitere Zukunft in Leipzig entscheidet. "Dass wir in ein letztes Vertragsjahr gehen, halte ich für sehr unwahrscheinlich", machte Rangnick noch einmal deutlich.


Von Werner und dessen Berater Karlheinz Förster fordern die Verantwortlichen in Leipzig "eine zeitnahe Entscheidung." Allerspätestens zum Saisonende wolle man vorausplanen können, doch die Gegenseite lässt sich noch immer Zeit bei der Entscheidungsfindung.

Wie wichtig Werner für die Mannschaft ist, betonte Rangnick wiederholt: "Wir sind mit dem Angebot an unsere absolut machbaren Grenzen gegangen. Ich würde mir wünschen - ich glaube auch, alle Mannschaftskameraden und Fans in Leipzig würden sich wünschen - dass er bleibt." 


Der 22-Jährige habe sich seit seinem Wechsel im Sommer 2016 "zu einem der spannendsten Stürmer der Bundesliga entwickelt", der jedoch auch zwischenmenschliches Vertrauen spüren müsse. "Das hat er bei uns in Leipzig", so Rangnick, der weiterhin optimistisch ist: "Deswegen bin ich weiterhin guter Dinge, dass er bei uns bleibt."


Rangnick: Nagelsmann hat "absolut das Sagen"


Nebenbei äußerte er sich auch zu Julian Nagelsmann, der zur kommenden Saison das Traineramt am Cottaweg übernehmen wird. Dass Rangnick, der "viel lieber" einzig als Sportdirektor weitergemacht hätte, sich zum zweiten Mal nach der Saison 2015/16 auf die derzeitige Doppelfunktion einließ, sei ein klares Zeichen für den 31-Jährigen gewesen: "Am Ende war es eine Grundsatzentscheidung, ob wir so sehr von Julian Nagelsmann überzeugt sind, dass wir für ein Jahr eine Übergangslösung finden."

Julian Nagelsmann

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Während er keinen Machtkampf fürchtet und sich sicher ist, dass sich der Übungsleiter der TSG Hoffenheim "auch wegen der sportlichen Führung" für Leipzig entschieden habe, will er Nagelsmann auf dem Platz die volle Verantwortung überlassen: "Natürlich werden wir kontrovers hinter verschlossenen Türen das ein oder andere Mal über Fußball diskutieren. Das gehört dazu. [...] Dass Julian Nagelsmann das absolute Sagen hat und der absolute Chef ist im Tagesgeschäft, ist doch vollkommen logisch."