Der ​VfB Stuttgart machte am Sonntagnachmittag beim Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München phasenweise eine gute Figur. Schlussendlich mussten sich die Schwaben dennoch 1:4 geschlagen geben. Dabei verzichtete Trainer Markus Weinzierl in seiner Startelf auf ​Mario Gomez. Der Stürmer erklärte im Anschluss selbst, wieso er ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub auf der Ersatzbank Platz nahm.


Unvergessen noch der Auftritt der Stuttgarter im letzten Spiel der Vorsaison, als dem Team, damals noch unter der Leitung von Ex-Trainer Tayfun Korkut, ein historischer 4:1-Erfolg in der Allianz Arena gelang. Damals stand Mario Gomez aus privaten Gründen nicht zur Verfügung und musste seinen Kollegen aus der Entfernung Respekt für ihren couragierten Auftritt zollen. Insbesondere sein Vertreter Anastasios Donis erwischte einen echten Sahnetag und war an zwei Treffern direkt beteiligt.

Anastasios Donis

Anastasios Donis entpuppte sich erneut als Bayern-Schreck


Dass der VfB nun auch am vergangenen Sonntag erneut auf den 33-Jährigen verzichtete, war für viele Experten dennoch eine Überraschung. Markus Weinzierl erläuterte gegenüber Sky bereits vor der Partie, dass der Wechsel in der Sturmspitze rein taktische Gründe habe. "Wir brauchen heute einen anderen Stürmertypen vorne drin. Ich glaube, dass es hier bei den Bayern nur über Konter geht. Donis ist ein schneller Spieler, der im Umschaltspiel seine Stärken hat", so der gewiefte Taktiker.


Anstatt sich über seine Nicht-Berücksichtigung aufzuregen, pflichtete der Routinier seinem Cheftrainer laut Sport1 mit überraschender Ehrlichkeit bei. So sei er "realistisch genug", um einzusehen, dass er in Laufduellen gegen Bayerns Innenverteidiger ​Niklas Süle wohl keine Schnitte machen könnte. "Ich kann dem Niklas nicht mehr davon laufen. Deswegen habe ich den Trainer auch gesagt, er soll die anderen beiden spielen lassen", so der erfahrene Mittelstürmer.

Niklas Suele

Niklas Süle ist einer der schnellsten Verteidiger der Bundesliga


Für einen gewissen Zeitraum ging der Plan der Stuttgarter dann auch auf. So war Donis ein ständiger Unruheherd und konnte mit einem Traumtor aus der Distanz wieder einmal sein Können unter Beweis stellen. Zwar sprang am Ende kein Punkt dabei heraus, die neue taktische Variante dürfte dennoch auch in Zukunft eine sinnvolle Alternative sein. Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Sonntag ist aber trotzdem mit einer Rückkehr von Gomez zu rechnen. Schließlich dürfte man beim Spiel gegen die Breisgauer wieder deutlich mehr Ballbesitz haben. Allzu viele Spiele ohne Torerfolg darf sich der ehemalige Nationalspieler nach dem guten Auftritt seines Vertreters aber mit Sicherheit nicht mehr leisten.