Kai Havertz ist in dieser Saison das Dauerthema bei Bayer Leverkusen - nicht nur, weil der 19-Jährige regelmäßig sein Potenzial offenbart, sondern auch, weil sich die Verantwortlichen ständig um die Zukunft ihres Juwels äußern müssen. Geschäftsführer Rudi Völler entgegnete der Thematik in der Sky-Sendung 'Wontorra - der Fußball-Talk' entspannt und versprach, dass Havertz der 'Werkself' "definitiv" über den Sommer hinaus erhalten bleiben werde. 


Es gibt wohl kaum einen Verein, der nicht an einer Verpflichtung von Kai Havertz interessiert wäre. Der offensive Mittelfeldspieler, der nach seinen ersten Schritten im Nachwuchsbereich von Alemannia Aachen seit mittlerweile fast neun Jahren für Bayer Leverkusen aufläuft, steht nach seinem Profi-Debüt im Oktober 2016 bei mittlerweile 88 Pflichtspielen für die 'Werkself' und wird von Jahr zu Jahr immer wichtiger.


Auch unter dem neuen Trainer Peter Bosz gehört er zum Stammpersonal, sein Treffer beim 3:0 über den VfL Wolfsburg am Samstag bedeutete Saisontor Nummer sieben. Immer wieder ranken sich Gerüchte um einen vorzeitigen Abgang im Sommer, doch Völler geht "sehr gelassen" mit der Thematik um.

Ohnehin sei Bayer Leverkusen "seit vielen Jahren" ein Verein, der junge Talente ausbildet und für entsprechend hohe Summen an Top-Klubs weiterverkauft. Auch deshalb bringen sich die Verantwortlichen regelmäßig in gute Verhandlungspositionen - wie im Fall Havertz.


"Die Vertragssituation ist sehr angenehm für uns. Er hat bis 2022 einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel, und er fühlt sich auch wohl", äußerte sich Völler bei 'Wontorra - der Fußball-Talk'. Ohnehin habe der 19-Jährige nicht den Anspruch, "jetzt sofort meine Welt-Karriere zu beginnen. Er ist bei uns aufgewachsen, hat bei uns in der Jugend gespielt, ist vor einigen Jahren mit der B-Jugend Meister geworden."


Auch die Spekulationen, dass sich Havertz zum Saisonende umorientieren könnte, ​sollte Bayer den Europapokal verpassen, hält Völler für unwahrscheinlich: "Klar, am liebsten will er auch immer international spielen, aber ich bin relativ sicher, dass wir ihn noch eine Weile in Leverkusen haben werden."


Völler bleibt realistisch


Dass man auf lange Sicht jedoch einen Spieler mit solch einem Potenzial nicht halten könne, sei ebenso klar. "Natürlich sind wir ein Klub - das war ja auch in der Vergangenheit so-, wenn wir dann die ganz großen Angebote bekommen von den großen Klubs, wenn er auch weg möchte, dann werden wir uns zusammensetzen und versuchen, eine Lösung zu finden."

Kai Havertz,Tin Jedvaj

         Soll auch in der Spielzeit 2019/20 unter dem Bayer-Kreuz spielen: Kai Havertz (Mitte)


Es sei logisch, dass ein "Jahrhundert-Talent" wie Havertz, dem Völler bereits mehrfach "eine tolle Karriere" prognostizierte, "irgendwann andere Ambitionen hat. Da setzen wir uns dann zusammen. Für beide Parteien muss eine gute Ausgangsposition da sein."


​Diese sei allerdings nicht gegeben, weshalb der 58-Jährige verspricht: "
Er wird definitiv noch bei Bayer Leverkusen bleiben." Ob bei einem Abgang eine horrende Ablösesumme fällig sein wird, ließ Völler derweil offen - auch wenn er deutlich machte: "Klar erschreckt man manchmal ein bisschen, wenn man manche Zahlen hört. Es ist auch immer eine Frage der Vertragskonstellation: Angebot, Nachfrage." Für wenig Geld wird man einen Spieler mit solch einem Potenzial also kaum ziehen lassen.