Wenn man die Hinrunde des FC Schalke 04 rückblickend betrachtet, wird auch der Transfer von Sebastian Rudy als ein Negativ-Aspekt auffallen. Der Mittelfeldspieler wurde für 16 Millionen Euro verpflichtet, konnte allerdings nur selten eine Duftmarke setzen. Mittlerweile sieht das wieder anders aus, denn Domenico Tedesco hat das Schalker Spiel auch für Rudy angepasst.


In der Winterpause wurde ​"an einigen Stellschrauben gedreht", wie Tedesco vor dem ersten Rückrundenspiel gegen den VfL Wolfsburg erklärte. Insgesamt spielte Schalke in der ersten Halbserie zu langsam, ließ im Abschluss die nötige Torgefahr vermissen und erspielte sich ohnehin kaum aussichtsreiche Chancen.


Gerade die Besetzung von Sebastian Rudys Position war eins der vielen Makel. Der Mittelfeld-Stratege konnte seine Stärken im Aufbauspiel kaum zur Entfaltung bringen und wurde vom Hoffnungsträger und Drahtzieher zum Bankdrücker, der in der Bundesliga teils fünf Partien in Folge auf der Bank oder der Tribüne verbrachte. Im Gedächtnis blieb vor allem das Debüt gegen Hertha BSC, als nach bereits 51 Minuten Schluss war, nachdem Ondrej Duda Rudy in Manndeckung völlig aus dem Spiel nahm.


Tedesco benötigte einige Zeit, um Rudy in sein Spiel einzubinden - oder um seine Spielidee an Rudy anzupassen. "Wir haben eine neue Dynamik und neues Selbstvertrauen, wollen unser Potential auf den Platz bringen - von Woche zu Woche immer mehr", sagte er laut Eurosport vor dem jüngsten 2:2-Remis bei der Hertha, in dem auch seine Mannschaft durch gute Möglichkeiten im Angriff für eine rassige Partie sorgte.

Sebastian Rudy

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Die Bedeutung Rudys wird dabei immer deutlicher. Der Nationalspieler ist auf der 'Sechs' gesetzt, steht dabei vor den Innenverteidigern der Dreierkette und kann somit das Spiel neu aufziehen. Im neuen Aufbauspiel kann Rudy seine Stärken besser zum Ausdruck bringen und somit die aufgerückten Außenverteidiger besser in Szene setzen.


Bei eigenem Ballbesitz zeigte Schalke zuletzt deutliche Verbesserungen, weshalb das Spiel insgesamt stabiler wird. Genau dafür benötigt es einen Akteur wie Sebastian Rudy, der effektiv von hinten heraus arbeitet und das Spiel koordiniert. 


Diese Rolle hätte eigentlich schon Omar Mascarell zuteil werden sollen, doch der Spanier kam insgesamt erst vier Mal zum Einsatz und gilt als einer der Streichkandidaten nach der Hinrunde. Gegen den VfL Wolfsburg und Hertha BSC saß er über 90 Minuten auf der Bank, sein letzter Einsatz stammt ohnehin vom 24. November. Die an Real Madrid überwiesenen zehn Millionen Euro wiegen Stand jetzt schwerer als die Millionen-Summe, die für Rudy fällig wurde - obwohl auch er erst im neuen Jahr langsam zu überzeugen weiß.