Mit 34 Jahren auf dem Buckel bei der "kicker-Rangliste des deutschen Fußballs" ganz oben zu stehen, ist ein Kunststück. Dem Japaner Makoto Hasebe ist dies gelungen. Sicherlich auch zum großen Teil seinen konstant guten Leistungen im Zentrum der Frankfurter Verteidigung ist der rasante Aufstieg der ​Frankfurter Eintracht zu verdanken. Der Bild verriet der Routinier jetzt ​sein Erfolgsgeheimnis für diesen Höhenflug in den Herbstjahren seiner Karriere.


Kein Mats Hummels (landete in besagter Rangliste in der dritten Kategorie "Im weiteren Kreis"), kein Jerome Boateng (landete sogar noch eine Stufe tiefer im "Blickfeld") und auch kein Niklas Süle (siehe Boateng) - Makoto Hasebe war in der Hinrunde der Spielzeit 2018/2019 die Nummer Eins unter den Innenverteidigern der Liga. Und das in schon etwas vorgerücktem Alter. 


Wie macht der das? Da wäre zum einen die Konstanz in seiner alltäglichen Routine. "Seit zehn Jahren der gleiche Ablauf", erklärt Hasebe dem Boulevard-Blatt. "Ich nehme jeden Tag ein warmes Bad in der Wanne mit Kneipp-Badesalzen. Zum Lockern der Muskeln. Meine Frau kocht gesundes japanisches Essen. Außerdem jeden Tag Behandlung. Und ich trainiere immer am Limit. Weniger ist nicht gut für meinen Körper. Ich habe bisher mein ganzes Leben für den Fußball gelebt." Davon könnte sich eine ganze Reihe von aktuellen und ehemaligen Spielern so einiges abschneiden.


Rein taktisch gesehen hat ihm die Umstellung Adi Hütters auf Dreierkette offensichtlich auch gut getan. "Meine Aufgabe ist jetzt Libero", bemüht der Japaner sogar einen Ausdruck aus der gefühlten Steinzeit dieses Sports. "Es funktioniert gut. Aktuell ist das die perfekte Position. Ich kann mit Auge spielen. Mittelfeld wäre schwieriger; ich müsste mehr laufen und öfter in die Zweikämpfe." 


Dadurch, dass die meisten Gegner natürlich darauf bedacht sind, das infernalische Offensiv-Trio Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller zu kontrollieren, kommen dem Abwehrorganisator bisweilen vermehrt Aufgaben des Spielaufbaus zu. "Gegen Freiburg habe ich es mit langen Bällen versucht. Aber ich werde auch schon in Manndeckung genommen." 


Umso wichtiger erscheint ihm daher, dass andere Spieler, wie z.B. Sebastian Rode, sich fallen lassen und den Aufbau organisieren. "Seppl Rode hat das gegen Freiburg gut gemacht", bescheinigt Hasebe dem Rückkehrer aus Dortmund. Gefragt, ob er noch mal 25 sein wolle, benötigt Hasebe nicht lange für eine Antwort. Lachend sagt er: "Ich bin mit 24 Jahren nach Deutschland gekommen. Da hatte ich drei Jahre Training bei Herrn Magath und sehr viel gearbeitet. Eine gute Erfahrung, aber ich kann mir das nicht mehr vorstellen." Also ist vielleicht auch eine Portion Quälix in diesem japanischen Wein, der, wie so viele Weine, anscheinend immer besser wird, je mehr Jahre vergehen.