Die Hinrunde der ersten Zweitliga-Saison des HSV hat, wie es auch nicht anders sein kann, Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Zu den letztgenannten zählt zweifellos Tatsuya Ito. Nach seinem kometenhaften Aufstieg in der vergangenen Saison, bekam seine Entwicklung in der Hinrunde der aktuellen Spielzeit ein paar Dellen. Sein spektakuläres Tor im letzten Testspiel gegen den FC Lugano könnte jetzt vielleicht die Trendwende eingeleitet haben.


Kaum ein Jahr her, dass Fan-Choräle durch den Volkspark zogen und ein deutsch-japanisches Teenager-Duo gefeiert wurde, wie andernorts die Messis und Ronaldos. "Fieeeetoooo" hallte der Ruf durchs weite Rund, zusammengesetzt aus "Fiete" und "Ito". 


Die beiden Youngster Fiete Arp (19) und Tatsuya Ito (21) standen sinnbildlich für den Wandel beim ​HSV. Endlich, so der einhellige Tenor unter den Fans, hatte man mal wieder Nachwuchs aus den eigenen Reihen, auf dem man aufbauen konnte. Und auf den man stolz sein konnte. Freche Dribblings in atemberaubend schnellen Tempo-Läufen über die Flügel (meist über links) wurden schnell zum Markenzeichen des kleinen Japaners. Tore schoss er zwar nicht, aber das würde, so die Meinung vieler, nicht mehr lange dauern. 

George,Tatsuya Io

Doch mit dem Gang in Liga Zwei änderte sich auch das Anforderungsprofil für den wuseligen Wirbelwind. "Viele Gegner spielen viel härter, das ist ein großer Unterschied zur Bundesliga", räumte der Japaner nun gegenüber der Mopo ein. "In Japan sagt man: Das zweite Jahr als Profi ist viel schwerer als das erste. Und so ist es. Ich muss jeden Tag Gas geben." 


Stimmt. Im Übrigen sagt man das nicht nur in Japan. Und der Japaner scheint gewillt, es nicht nur bei den typischen Floskeln zu belassen. In beinahe harakiri-mäßiger Schonungslosigkeit offenbart der Japaner auch eigene Schwächen, die zu seinem Tief geführt hätten: "Ich war zu selbstzufrieden, das habe ich nun begriffen." 


Die Zügel habe er wohl, nachdem er gesehen hatte, dass er in der Bundesliga mithalten kann, etwas schleifen lassen. Damit dies nicht wieder passiert, hat sich der kleine Samurai nun Extra-Schichten in Sachen Torschuss-Training auferlegt. "Seit einiger Zeit übe ich nach dem Training noch selbständig Torabschlüsse. Ich weiß ja, dass ich in dem Bereich Luft nach oben habe. Nun habe ich gesehen, dass mir dieses Training hilft und es sich lohnt, weiter daran zu arbeiten. Das ist schön." 


Stimmt auch. Und die Fans würden es auch schön finden, wenn er bald schon in der Zweiten Liga Tore wie am vergangenen Freitag im Testspiel gegen Lugano schießt. ​