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Das kann sich der Fußball vom Handball abschauen

Bei der aktuellen Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark bekommt man auch als Fußballfan wieder viel Spannung geboten, wenn man es mit dem deutschen Team von Sebastian Prokop hält. Doch weit prägnanter ist der Umgang untereinander – trotz der vermeintlich harten Gangart des Spiels. Dinge, die sich der Fußball abschauen könnte.   

9. Zeitspiel verboten

Wer im Handball glaubt, auf Zeit spielen zu können, hat sich geschnitten. Bälle wegwerfen oder gar zu unrecht festhalten, wird rigoros geahnt, Zeitstrafen und damit eine Schwächung des Teams sind die Folge. Pfeift der Schiedsrichter, wird der Ball an Ort und Stelle auf dem Boden abgelegt und es wird der Rückwärtsgang eingelegt. Sowas könnte auch auf dem Rasen umgesetzt werden.   

8. Was sind Schwalben?

Während Neymar das Fallen nach kleinsten Berührungen und die Theatralik im Anschluss bei der letzten Weltmeisterschaft perfektioniert zu haben scheint, bringen Schwalben im Handball wenig bis nichts. Auch der Handball ist ein Vollkontaktsport, nur wird er hier auch gelebt. Körper mit 100 Kilogramm und mehr werfen sich gegeneinander, dabei wird der Ball mit Hochgeschwindigkeit durch die Halle gefeuert, da ist kein Platz für eine Schwalbe. Zumal man bei seinen eigenen Mitspielern schnell als Weichflöte verschrien wäre.   

7. Es bleibt immer fair

Bei aller Härte kennen sich auch im Handball die Spieler untereinander und gehen zumindest so respektvoll miteinander um, dass jeder um die Härte des Spiels weiß und dennoch niemanden mutwillig verletzten will. Nach Fouls bleiben die Gegenspieler auch mal schnell bei den Betroffenen liegen und kümmern sich um die Akteure, die Handshakes in solchen Situationen sprechen meist Bände.    

6. Keine Rudelbildungen

So bleiben Rudelbildungen im Handball ein ganz selten gesehenes Mysterium, da niemandem per se Absicht unterstellt wird, wenn mal ein Spieler zu hart angegangen wurde. Im Fußball hingegen lösen schon die kleinsten Konflikte große Zusammenschlüsse testosterongesteuerter Spieler aus. Dabei liegt der Schluss eigentlich nah, dass im Handball weit mehr Adrenalin vorhanden sein müsste, als auf dem Rasen.   

5. Nur der Trainer darf lamentieren

Im Handball lamentieren die Trainer meist überschwänglich, aber die sind auch die einzigen, die es in der Form mit dem Schiri aufnehmen dürfen. Die Spieler sind unmittelbar von Zeitstrafen betroffen, sollte mit den Referees lang diskutiert werden, auch Beschwerden über deren Entscheidungen sind eher selten, sondern werden einfach hingenommen. Ein Umstand, den Aytekin, Drees und Co. sicher mit Neid beobachten.   

4. Immer abschließen

Eine andere Form des Zeitschindens ist im Handball ebenfalls nicht möglich, da man irgendwann einen eigenen Angriff abschließen muss. Andernfalls bekommt der Gegner das Recht des Ballbesitzes zugesprochen. Ergo kann man den Ball nicht hinten halten und ein wenig larifari spielen, sondern man ist gezwungen, mindestens einen guten Angriff abzuschließen.   

3. Verschiedene Strafmaße

Während im Fußball lediglich die gelben und die rote Karte zur Verfügung stehen, haben die Schiedsrichter im Handball weit mehr Möglichkeiten, einen Spieler zu sanktionieren. Die Ermahnung; die gelbe Karte; er kann bis zu dreimal 2 Minuten Zeitstrafe aussprechen, dann kommt die rote Karte, seit 2016 gibt es auch die blaue Karte. Sie kommt bei besonders schweren Vergehen zum Zug, bspw. bei groben Tätlichkeiten oder Beleidigungen. Diese leitet zusätzlich ein Disziplinarverfahren ein und signalisiert dem Kampfgericht eine besonders üble Tat.   

2. Das Tempo ist höher

Durch die vielen Ballwechsel und verschiedenen Möglichkeiten, Zeitspiele zu unterbinden, ist das Tempo in der Halle weit höher als auf dem Rasen. Dort können sich die Mannschaften immer wieder Auszeiten nehmen und den Ball, falls notwendig, in der eigenen Hintermannschaft hin und her schieben. Wenn es den Gegner nicht interessiert, kommt so meist ein zähes bis uninteressantes Spiel auf dem Rasen heraus. Im Handball bist du quasi gezwungen, immer Vollgas zu geben.   

1. Mehr Tore, mehr Comebacks

So kommt es, dass im Handball pro Team gerne auch 30 Treffer und mehr am Ende auf der Anzeigetafel stehen. Auch sind Rückstände von fünf, sechs, oder mehr Toren keine Seltenheit, allerdings sind diese meist bis in die Schlussphase hinein noch wett zu machen. Beim Fußball reichen meist zwei Tore Differenz aus, um ein Spiel frühzeitig zu entscheiden. Beim Handball sind zwei Tore in der letzten Spielminute quasi nichts.   

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