​In den vergangenen Jahren nutzte die ​Premier League auch das Wintertransferfenster, um das viele Geld nur so zum Fenster hinaus zu werfen, doch im Januar 2019 halten alle Teams ungewöhnlich still - woran liegt das?


Knapp 89 Millionen Euro haben die Premier-League-Klubs in diesem Monat bisher für neue Spieler ausgegeben, das sind noch immer knapp 19 Millionen Euro mehr als die Bundesligisten. Doch allein die 64 Millionen Euro, die der ​FC Chelsea an ​Borussia Dortmund überwies, machen bereits einen Großteil der Summe aus. Insgesamt haben die Vereine von der Insel lediglich sieben Spieler fest unter Vertrag genommen, zwei davon (Pulisic und Ko Itakura von ​Manchester City) wurden gleich wieder verliehen. 


Lediglich acht Teams haben, beendete Leihen außen vor gelassen, überhaupt einen neuen Spieler in den eigenen Reihen. Bei den anderen zwölf gab es, wenn überhaupt, velleicht mal einen Abgang. Klubs wie ​Arsenal oder ​Manchester United unternahmen bislang überhaupt nichts. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten zum gleichen Zeitpunkt alle 20 Teams mindestens einen neuen Spieler verpflichtet und am 31. Januar hatte die gesamte Premier League mehr als 460 Millionen Euro ausgegeben.


Transfers wie Virgil van Dijk zum ​FC Liverpool, Pierre-Emrick Aubameyang zu Arsenal oder Alexis Sanchez im Tausch mit Henrihk Mkhitaryan zu Manchester United blieben bislang aus, Wechsel wie Dominic Solanke von Liverpool zu Bournemouth oder Cardiffs Verpflichtung Emiliano Salas vom FC Nantes sorgen nicht für die großen Schlagzeilen. Momentan sieht es auch nicht danach aus, dass noch etwas wirklich Außergewöhnliches passiert.

Virgil van Dijk

Virgil van Dijk wechselte im vergangenen Januar für knapp 79 Mio. Euro nach Liverpool


"Wir wissen sehr gut, dass der Markt sehr schwierig ist", wird Spurs-Coach Mauricio Pochettino im Telegraph zitiert. Die Zeitung probierte sich auch an einer Erklärung für die Zurückhaltung: Demnach haben einige Klubs wie Arsenal und Everton ihre Budgets zuletzt einfach zu arg ausgedehnt, um teure Neuverpflichtungen an Land zu ziehen und werden deshalb bis zum Sommer wahrscheinlich nichts mehr unternehmen (können).


Zudem bestehe in diesem Jahr bei den Top-Klubs einfach nicht die große Notwendigkeit wie im Vorjahr, als beispielsweise van Dijk für Liverpool das fehlende Puzzle-Stück zum großen Erfolg war. Gleichzeitig habe auch niemand nötig, Spieler unterhalb eines verrückten Preises zu verkaufen - weshalb die Teams im Abstiegskampf, die Verstärkungen brauchen könnten, eben nicht zuschlagen, da sie sich diese Spieler bei einem Abstieg nicht mehr leisten könnten. 



Immer wieder hörte man in der Vergangenheit, dass die Transferblase der Premier League irgendwann platzen würde - nun, soweit ist es noch nicht. Im Sommer wird es garantiert wieder eine Transferoffensive von der Insel geben, denn Geld ist nach wie vor genug da. Doch einige Klubs scheinen ein wenig vernünftiger geworden zu sein und sind offenbar nicht mehr bereit, jede Summe für einen mittelmäßigen Spieler zu zahlen. Das ist immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.