Abstiegskampf spitzt sich zu: Die Lage der 4 bedrohten Kandidaten

Nach langem Warten ist die Bundesliga am vergangenen Wochenende endlich in die Rückrunde gestartet. Für vier Vereine verlief jedoch auch der Start in die zweite Saisonhälfte alles andere als optimal. Während sich die erneut siegreichen Düsseldorfer vorerst aus der roten Zone verabschiedeten, läuten bei vier abstiegsbedrohten Klubs alle Alarmglocken.

1. FC Augsburg: 15 Punkte

Ausgangslage:

Der FC Augsburg musste am Wochenende ausgerechnet gegen den direkten Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf eine 1:2-Heimniederlage hinnehmen. Mit 15 Punkten liegen die Fuggerstädter so zwar noch über dem Strich, der Abstand auf den 14. Tabellenplatz beträgt nunmehr jedoch satte sechs Zähler.


Chancen:

Zuletzt machte bei den Augsburger nur wenig Hoffnung. In der Hinrunde hatte man in engen Partien häufig am Ende doch den Kürzeren gezogen und nach dem verpatzen Rückrundenstart wartet die Mannschaft von Trainer Manuel Baum nun bereits seit neun Spielen auf einen Sieg. In 18 Ligaspielen konnte man zudem nur ein einziges Mal zu Null spielen. Aufgrund des durchaus vorhandenen spielerischen Potenzials, ist den Augsburgern dennoch zuzutrauen, zumindest die drei schwachen Konkurrenten im Schach zu halten.


Ausblick auf kommende Partien:

Am Samstag dürfte für die Augsburger beim Gastspiel in Gladbach kaum etwas zu holen sein. Mit den spielstarken Mainzern und ambitionierten Bremern warten auch in der Folge zwei schwere Aufgaben. Am 22. Spieltag geht es zu Hause gegen die Bayern, auch hier wäre ein Punktgewinn eine große Überraschung.


Prognose:

Augsburg gelingt mit Hängen und Würgen der Klassenerhalt. Stabilisiert sich die Mannschaft nicht, könnte es auch auf den Relegationsplatz hinauslaufen.

2. VfB Stuttgart: 14 Punkte

Ausgangslage:

Der VfB Stuttgart machte bei der 2:3-Heimniederlage gegen Mainz über weite Stecken einen erschreckend schwachen Eindruck. Dabei sollte man sich durch die starke Schlussphase auf keinen Fall blenden lassen. Mit 14 Toren stellen die Stuttgarter noch immer die schwächste Offensive und auch die Defensive ließ die zweitmeisten Gegentore aller Bundesligisten zu.


Chancen:

Der VfB verfügt spätestens nach den Pavard-Einnahmen (vorgegriffen) über jede Menge finanzielle Mittel und sucht daher weiterhin eifrig nach Verstärkungen. Fraglich ist jedoch dabei, ob es Trainer Markus Weinzierl gelingt, aus den Einzelteilen auch eine funktionsfähige Mannschaft zu formen. Baustellen gibt es bei den Stuttgartern reichlich und ein echtes Konzept ist noch nicht ersichtlich. Rufen alle Spieler aber endlich ihr volles Leistungsvermögen ab, sollte deutlich mehr drin sein.


Ausblick auf kommende Partien:

Am kommenden Wochenende müssen die Stuttgarter auf Gnade hoffen, sonst droht beim Auswärtsspiel bei den Bayern eine echte Blamage. Danach wird es für die Stuttgarter enorm wichtig. Zunächst zu Hause gegen den SC Freiburg und im Anschluss auswärts in Düsseldorf müssen eigentlich sechs Punkte her.


Prognose:

Der VfB hat definitiv die größten Möglichkeiten, um sich aus dem Abstiegsschlamassel noch zu retten. Der Druck für den VfB ist jedoch unweit höher als bei den drei anderen Kandidaten, schließlich können sich die Schwaben einen erneuten Abstieg angesichts der mittel- und langfristigen Planungen des ambitionierten Traditionsvereins nicht leisten.

3. Hannover 96: 11 Punkte

Ausgangslage:

Hannover 96 startete mit einer 0:1-Niederlage gegen den SV Werder Bremen in die Rückrunde und offenbarte dabei wieder einmal jede Menge Schwächen. Seit sieben Partien warten die Niedersachsen nun bereits auf einen Sieg und auch Trainer Andre Breitenreiter wird bereits heftig angezählt.


Chancen:

Trennen sich die Hannoveraner tatsächlich von ihrem Coach, könnte dies zwei Szenarien auslösen. Entweder versinkt der Klub endgültig im Chaos. Was angesichts der letzten Eindrücke, der wahrscheinliche Ausgang wäre. Möglich ist jedoch auch, dass der Klub zumindest zwischenzeitlich von einem Trainerwechsel profitieren würde. Im Schneckenrennen der Abstiegskandidaten könnten dadurch erzielte Punkte womöglich den Ausschlag geben. Noch unklar ist, inwiefern Rückkehrer Jonathas die lahmende Offensive beleben kann.


Ausblick auf kommende Partien:

Ein möglicher Effekt eines Trainerwechsels könnte bei den Niedersachsen schnell verpuffen, schließlich warten mit dem BVB und RB Leipzig in den nächsten beiden Partien zwei echte Brocken. Danach geht es beim direkten Duell gegen den 1. FC Nürnberg fast schon um Alles.


Prognose:

Möglicher Trainerwechsel hin oder her, deutet vieles auf einen Abstieg der Hannoveraner hin. Angesichts der schwachen Konkurrenz ist aber auch der Relegationsplatz im Bereich des Möglichen.

4. 1. FC Nürnberg: 11 Punkte

Ausgangslage:

Bei der verdienten 1:3-Heimniederlage gegen Hertha BSC zum Rückrundenstart wurden die zahlreichen Baustellen der Nürnberger gnadenlos aufgedeckt. Sieben der letzten acht Spieler der Franken gingen verloren. Der letzte Dreier gelang am 6. Spieltag. Mit 41 Gegentoren stellen die Nürnberger zudem die löchrigste Defensive der Liga.


Chancen:

Die größte Chance der Nürnberger im Abstiegskampf liegt darin, dass sie von den meisten Beobachtern bereits abgeschrieben wurden. Zugegeben, zuletzt gab es wenig Anhaltspunkte für eine rasche Verbesserung, aus der Rolle des absoluten Underdogs heraus könnte man jedoch womöglich frei aufspielen. Eigene Fehler gilt es dabei jedoch endlich zu minimieren.


Ausblick auf kommende Partien:

Die Nürnberger haben in den kommenden Wochen ein ähnliches Programm wie die Augsburger. Auch für das Team von Trainer Michael Köllner geht es so gegen den 1. FSV Mainz 05 und den SV Werder Bremen. Am 21. Spieltag geht es im Abstiegsgipfel gegen Hannover 96 bereits um eine ganze Menge.


Prognose:

Alles andere als ein Abstieg dürfte wohl auch die meisten Fans der Nürnberger überraschen. Zu deutlich war der Mannschaft bislang die nötige spielerische Klasse anzusehen. Als klarer Aussenseiter haben die Nürnberger aber kaum etwas zu verlieren.

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