​Schalke-Coach Domenico Tedesco traf am heutigen Sonntagabend die mutige Entscheidung, Alexander Nübel anstelle von Stammkeeper und Kapitän Ralf Fährmann gegen den VfL Wolfsburg aufzustellen. Vor wenigen Monaten wäre solch ein Szenario undenkbar gewesen. Doch das junge Torhütertalent lieferte eine Leistung ab, die ihm weitere Einsätze bescheren könnte.


Der 22-jährige Nübel durfte verletzungsbedingt schon einige Male in dieser Saison auflaufen, wodurch von Spiel zu Spiel mehr und mehr Schalke-Fans erkennen konnten, was für ein Talent täglich Druck auf Ralf Fährmann übt, der seit Jahren zu den konstantesten Torhütern der Bundesliga gehört.


Doch das 30-jährige Eigengewächs wurde von der schwachen Hinrunde stark beeinträchtigt, es mehrten sich ungewohnte Patzer, die auch in der Winter-Vorbereitung zu Unsicherheiten führten. Tedesco dazu: "Wir hatten das Gefühl, dass Ralle nicht frei im Kopf ist." Deshalb war es für viele nicht einmal eine Überraschung, dass Nübel endlich einen Konkurrenzkampf auf Augenhöhen angehen darf.


"Grundsätzlich: Ob es diese Entscheidung oder eine andere ist - es geht um Schalke. Es ist keine endgültige Entscheidung, es ist eine Momentaufnahme", sagte Tedesco vor dem Spiel laut Reviersport, als er zur Degradierung von Fährmann befragt wurde. "Alex hat sich die Chance verdient. Das gibt uns aktuell ein besseres Gefühl - nicht mehr, nicht weniger."


Doch die heutige Leistung beim 2:1-Sieg könnte der Beginn eines Generationenwechsel sein, auf den der U21-Nationalspieler Deutschlands seit seiner Ankunft vor dreieinhalb Jahren wartet. Es ereigneten sich ja unter der Tedesco-Ära größere Überraschungen, wenn man zum Beispiel die damalige Situation von Benedikt Höwedes betrachtet. 


Vorerst kann man also davon ausgehen, dass Nübel auch beim nächsten Spiel gegen Hertha BSC zwischen den Pfosten stehen wird. Und mit jeder weiteren Glanzleistung könnte Fährmann sich mehr und mehr der Situation nähern, die der vorherige Kapitän erlebte.