Gut einen Monat nach seiner Entlassung bei ​​Manchester United fühlt sich José Mourinho "glücklich", doch der Portugiese hat offenbar nicht ganz mit seinem Kapitel am Old Trafford abgeschlossen. Wie er gegenüber den katarischen TV-Sender beIN Sports erklärte, bemängelte er den fehlenden Rückhalt der Vereinsführung auf dem Transfermarkt.


Dass sich die Wege von Mourinho und Manchester United trennen könnten, zeichnete sich bereits im Sommer ab. Während der Vorbereitung in den USA kritisierte 'The Special One' mehrfach den zu frühen Start der Premier League nach der Weltmeisterschaft sowie die zurückhaltende Strategie auf dem Transfermarkt. Immer wieder forderte Mourinho Spieler, die er allerdings nicht bekam.


Die einzigen nennenswerten Neuzugänge, Abwehrspieler Diogo Dalot und Mittelfeldakteur Fred, gehörten unter Mourinho nicht zu den Stammspielern. Auch für den Winter forderte er neues Spielermaterial, doch noch vor Weihnachten wurde er von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden.

Allerdings benötige es für einen Umbruch eben eine Transfer-Offensive, wobei er den Vergleich zur Konkurrenz zog und damit indirekt den Vorstandsvorsitzenden der 'Red Devils', Ed Woodward, kritisierte (via Sport Bild): "Schaut euch Manchester City an. In der ersten Saison hat (Pep) Guardiola große Veränderungen vollzogen. Für diese Veränderungen hatte er aber die Unterstützung des Klubs."


​Bei Guardiolas Amtsübernahme im Sommer 2016 verpflichteten die 'Skyblues' John Stones, Ilkay Gündogan und Leroy Sané, wenige Monate später heuerte Angreifer Gabriel Jesus in Manchester an. Gleichzeitig verließen Spieler wie Edin Dzeko, Martin Demichelis, Wilfried Bony oder Stefan Jovetic den Klub.


"Er hatte den Rückhalt der Bosse", so Mourinho, der auch den FC Liverpool zum Vergleich nahm: "Welche Spieler waren bei Liverpool, bevor (Jürgen) Klopp kam? Kein Alisson, kein Van Dijk, kein Robertson, kein Salah, kein Firmino, kein Mané, kein Fabinho, kein Wijnaldum, kein Keita. So wird gearbeitet."


Der Stachel sitzt bei Mourinho tief


Viel Geld zur Verfügung zu bekommen, um die Mannschaft an die eigene Philosophie des Trainers anzupassen, um im besten Fall erfolgreich zu sein, sei "eine Sache", erklärte er weiter. "Eine andere ist, wenn du als Trainer nicht diese Möglichkeit hast."


Dass das vorhandene Spielermaterial bei Manchester United jedoch mehr als ausreicht, um regelmäßig Siege zu feiern, beweist Nachfolger Ole Gunnar Solskjaer. Der Interimstrainer gewann seine ersten sieben Spiele bei einem Torverhältnis von 19:4. Die 'Red Devils' haben unter der Leitung des Ex-Spielers den Anschluss an die Europapokalplätze wiederhergestellt und holen die Punkte auf, die die Mannschaft mit Mourinho verlor.