Die Causa Caiuby wird immer komplizierter, und der Fall aus Sicht des ​FC Augsburg immer schwieriger. Noch immer hält sich der Brasilianer aus "privaten Gründen" in seiner Heimat auf, während seine Mannschaftskollegen wieder mitten im Spielbetrieb der Bundesliga unter Strom stehen. Manager Stefan Reuter wich gegenüber dem TV-Sender Sky Fragen um die Zukunft Caiubys aus, doch der Ton wird zunehmend rauer. Eine Entscheidung wie vor einem Jahr, als Daniel Opare zum Sündenbock mutierte, erscheint daher als sinnvollste Option.


Zwar sei der zum wiederholten Male verlängerte Urlaub während der Vorbereitung zwischen Verein und Spieler abgesprochen, doch von Caiuby ist noch immer keine Spur. Der 30-Jährige, der in der Vergangenheit immer wieder negativ auffiel, verweilt weiter in Brasilien. "Warum das immer bei Caiuby so ist, ist eine gute Frage", rätselte dessen Berater vor wenigen Tagen gegenüber Sport1

Francisco da Silva Caiuby

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"Dieses Mal ist es mit dem Verein abgesprochen. Es ist auch von Stefan Reuter so kommuniziert worden, dass er noch weg ist, um gewisse Dinge zu regeln. "Man muss schauen, was jetzt weiter passiert. Es ist nicht zu befürchten, dass er beim Verein rausfliegt", hieß es weiter. Doch nach Reuters jüngsten Aussagen wirkt es so, als wäre Caiubys Zukunft bei den Fuggerstädtern alles andere als gesichert.


Denn während es schon ärgerlich genug ist, dass er überhaupt von der Mannschaft fernbleibt, obwohl er sich bereits im Sommer für ein ähnliches Vergehen - ohne Absprache - eine saftige Geldstrafe einhandelte, lässt er seine Mannschaftskameraden mitten im Abstiegskampf im Stich. Nach der 1:2-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch einen Zähler, die direkten Abstiegsränge sind vier Punkte entfernt.


Der zweite Problemfall des FCA in Folge


Auch wenn Caiuby in der Hinrunde über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten spielte und derzeit womöglich die meiste Zeit auf der Ersatzbank verbringen dürfte, geht es um Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Dass gerade in Augsburg sehr viel Wert auf solche Werte gelegt wird, zeigt der Fall Daniel Opare. Der Abwehrspieler wurde vor einem Jahr degradiert, nachdem er Gespräche mit den Verantwortlichen des FC Schalke 04 immer wieder bestritt, obwohl die Faktenlage eindeutig war.


"Daniel Opare hat uns bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen. Des Weiteren hat er mehrfach gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen", begründete Reuter damals laut kicker die Entscheidung. Opare, der mittlerweile für den belgischen Erstligisten Royal Antwerpen spielt, sei auch immer wieder auf dem Trainingsplatz und in den Kabinen negativ aufgefallen.

Daniel Opare

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Die Akte Caiuby umfasst mittlerweile mehr, als längerfristiges Fernbleiben vom Trainings- und Spielbetrieb. Laut Sport Bild laufe derzeit ein Verfahren wegen angeblicher Körperverletzung, zudem habe er für Schwarzfahren im Zug eine Geldstrafe von 22.500 Euro erhalten. Auch, dass er die ein oder andere Mannschaftsbesprechung verpasste oder zu spät erschien, ist längst bekannt.


Je länger er nun in Brasilien verweilt, desto schwieriger wird seine Zukunft in Deutschland. Gegenüber Sky äußerte sich Reuter zunehmend verärgert: "Caiuby interessiert mich aktuell überhaupt nicht. Wir beschäftigen uns nur mit den Leuten, die da sind. Es ist offen, ob er noch mal für Augsburg spielt." Laut ​Handelsblatt wolle man sich nach Caiubys Rückkehr an einen Tisch setzen, der Ausgang ist offen. Es gebe "losen Kontakt, aber noch keinen Termin", so Reuter. 


Ähnliche Strafe wie für Opare?


Wenn die Verantwortlichen des FCA weiterhin konsequent handeln wollen, scheint eine Suspendierung von Caiuby genau wie im Fall Opare unausweichlich. Sportlich betrachtet macht er in dieser Saison nicht den Unterschied, die Durststrecke von neun sieglosen Partien kann ohnehin nicht von einer Personalie abhängig gemacht werden. 


Auf der anderen Seite ist er derzeit der einzige nominelle Spieler für den linken Flügel. Jonathan Schmid bekleidete jüngst diese Position, doch der Franzose ist mittlerweile als Rechtsverteidiger gesetzt und darf daher höchstens als Notlösung gelten. 

Zwar ist eine Rückkehr Caiubys in seine brasilianische Heimat aufgrund der langen Transferperiode in Südamerika denkbar, doch das Fenster schließt für die 18 Bundesligisten bereits in elf Tagen. Die Suche nach einem Ersatz dürfte sich als äußerst kompliziert gestalten, weshalb man damit rechnen müsste, im schlimmsten Fall keinen geeigneten Spieler zu finden.


Gut möglich, dass der 30-Jährige daher zunächst nach Augsburg zurückkehren und vom Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft ausgeschlossen wird. Ein völliger Abgang des Brasilianers erscheint zu riskant. Weitere Einsätze im Dress des FCA erscheinen allerdings nur dann realistisch, wenn Trainer Manuel Baum keine weiteren Alternativen mehr zur Verfügung hat. Ob er dann über den Sommer hinaus bleiben oder schlussendlich den Verein wechseln wird, hängt vom Verlauf der kommenden Monate ab. Allerdings erscheint auch diese Vorstellung nach aktuellem Stand der Dinge unrealistisch.