Der ​Hamburger SV steckt seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten und schöpfte daher bereits vor einigen Jahren Geld aus sogenannten Fan-Anleihen. Dieses Modell wolle man auch in diesem Jahr verfolgen, wie Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann und Finanzvorstand Frank Wettstein auf der heutigen Mitgliederversammlung des HSV e.V. verkündeten. 


In Hamburg steht der heutige Samstag ganz im Zeichen des HSV. ​Auf der Mitgliederversammlung soll der neue e.V.-Präsident gewählt werden, doch schon zuvor standen genügend Themen auf der Agenda, die abgearbeitet werden mussten. 


Das Geschäftsjahr 2017/18 war erneut von roten Zahlen gezeichnet, insgesamt erwirtschaftete der Zweitligist ein Minus von 5,8 Millionen Euro. Bernd Hoffman sprach von einer "schwierigen, aber nicht desolaten" Lage, doch um finanzielle Unterstützung kommt der Verein nicht herum.


Daher sollen die Anhänger auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit erhalten, ihren Teil dazu beizutragen, die missliche Lage in der Hansestadt zu bessern. Wie schon im Jahr 2012 plant der HSV, durch Fan-Anleihen weitere Gelder zu erhalten. Diese sollen nun allerdings dazu genutzt werden, um die auslaufenden Anleihen zurückzuzahlen.


"Die neue Anleihe wird die gleiche Laufzeit und gleiche Verzinsung haben. Einziger Unterschied: Wir werden sie im Laufe der Jahre ablösen", erklärte Finanzvorstand Frank Wettstein. Das Gesamtvolumen soll erneut 17,5 Millionen Euro betragen, der Zinssatz wird erneut bei sechs Prozent liegen.

Die Rückzahlung der ersten Anleihen ist im September fällig. Die Verbindlichkeiten betragen 85,4 Millionen Euro, doch Wettstein rechnet trotz der Reduzierung mit einem "erheblichem Jahresfehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe" für das laufende Geschäftsjahr.


Alles in allem sieht Hoffmann den HSV dennoch "auf einem guten Weg", zudem gab er die Marschroute für die Zukunft vor: "Wir wollen nicht durch Selbstzerfleischung auffallen. Neid und Missgunst, persönliche Diffamierung haben im HSV nichts zu suchen."


Sportlich gesehen verfolge man weiterhin den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga, doch der Druck auf die Mannschaft und Trainer Hannes Wolf soll nicht zu groß werden: "Es gibt keinen Zwang, auch keinen wirtschaftlichen. Wenn wir aufsteigen, werden wir ein ganz schwieriges Erstligajahr vor uns haben. Sollten wir den Aufstieg nicht schaffen, würden wir es nächstes Jahr noch einmal probieren."