Matthäus tippt die Rückrunde: So sieht die Bundesliga-Tabelle am Ende aus

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat für die Sport Bild die Rückrunde der aktuellen Bundesliga-Saison getippt. Auch wenn es knapp wird: Geht es nach dem 57-Jährigen, wird Borussia Dortmund Meister. "Ich habe schon zum Ende der Hinrunde

prognostiziert, dass Dortmund vorne bleiben wird. Dazu stehe ich. Aber es wird ein heißer Titelkampf, ein packendes Finish." 


Nach Matthäus' Einschätzung wird der FC Bayern zwar beste Rückrundenmannschaft, doch am Ende wird der BVB mit einem Zähler Vorsprung Meister und beendet damit die Titelserie der Münchener. Dahinter erobern RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach einen Champions-League-Platz, Hoffenheim und Frankfurt erreichen die Europa League.


Bayer Leverkusen spielt unter Peter Bosz eine gute Rückserie und verpasst trotzdem das internationale Geschäft, der FC Schalke kann sich nur leicht verbessern und wird am Ende Elfter. Fortuna Düsseldorf muss in die Relegation, Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg steigen direkt ab. "Beide Teams haben eine schlechte Hinrunde gespielt, zudem gab es Unruhe im Verein. Sie eint außerdem, dass nicht genug Geld da ist, sich wirklich sinnvoll zu verstärken", erklärt Matthäus.


Der Sky-Experte begründete seine Tipps selbstverständlich auch, zudem sammelte die Sport Bild Stimmen von Verantwortlichen und Spielern der 18 Bundesligisten - all das gibt es in der folgenden Liste.


Das ist laut Lothar Matthäus die Abschlusstabelle der Saison 2018/19:

18. 1. FC Nürnberg (22 Punkte, 29:73 Tore)

Der Aufsteiger muss direkt wieder runter - der neunte Abstieg der Vereinsgeschichte. Nach zwei Siegen in Folge am 28. und 29. Spieltag sind die Nürnberger nochmal drei Punkte an Platz 16 dran, in den letzten fünf Spielen gibt es allerdings keinen Erfolg mehr. Am 33. Spieltag sind die Clubberer rechnerisch abgestiegen, in der Rückrunde holen sie erneut nur elf Punkte.


Manager Andres Bornemann: "Wir nehmen es zur Kenntnis, mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

17. Hannover 96 (26 Punkte, 34:65 Tore)

Zwar holt Hannover 96 mehr Punkte als in der Hinrunde (15), am Ende steht aber trotzdem der direkte Abstieg. Nach dem 32. Spieltag und einem 0:5 in München ist es mit sechs Punkten Rückstand praktisch sicher, eine Woche später sind die Roten nach einem Remis gegen Freiburg definitiv abgestiegen. 


"Wir kümmern uns um uns und nicht darum, was andere sagen", kommentiert Manager Horst Heldt die Voraussage. 

16. Fortuna Düsseldorf (30 Punkte, 36:66 Tore)

Die Fortuna verliert die letzten drei Saisonspiele allesamt und verbaut sich damit die Chance auf den direkten Klassenerhalt. Auch am 34. Spieltag noch könnte mit einem Sieg Platz 15 erreicht werden - das Duell mit den bereits abgestiegenen Hannoveranern endet aber mit einer Niederlage.


Somit müssen die Düsseldorfer in die Relegation - das ist immer noch mehr, als die meisten ihnen vor der Saison zugetraut hatten. Diese Prognose von Matthäus zeige laut Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel, "dass wir uns nach der sehr guten Hinrunde Respekt verschafft haben in der Liga".

15. FC Augsburg (31 Punkte, 41:54 Tore)

"Wenn diese Prognose meines Freundes und Weltmeister-Kollegen Lothar Matthäus eintreffen sollte, werden wir uns am Ende der Saison ein schönes Gläschen genehmigen", sagt Augsburgs Manager Stefan Reuter. Ein Gläschen wird er nach diesem Finish auch brauchen, denn es wird richtig knapp. 


Erst am 33. Spieltag überholt der FCA Fortuna Düsseldorf und schiebt sich ans rettende Ufer, am letzten Spieltag setzt es dann aber eine Pleite in Wolfsburg. Glücklicherweise kann Düsseldorf diesen Ausrutscher nicht ausnutzen und Augsburg bleibt am Ende sicher drin.

14. VfB Stuttgart (33 Punkte, 32:60 Tore)

Die Hinrunde verlief alles andere als zufriedenstellend für den VfB Stuttgart und endete auf Rang 16, Lothar Matthäus ist allerdings vom Klassenerhalt überzeugt. "Ich glaube, dass es beim VfB genug Qualität gibt und Weinzierl diese aus der Mannschaft kitzeln kann." Es wird zwar knapp, doch am Ende retten sich die Schwaben am 33. Spieltag mit einem Sieg über Wolfsburg und bleiben erstklassig.


"Entscheidend wird sein, dass unsere Spieler in der Rückrunde ihre wahre Qualität zeigen", schließt sich Sport-Vorstand Michael Reschke Matthäus an. "Dann wird uns der Klassenerhalt gelingen."

13. SC Freiburg (35 Punkte, 37:55 Tore)

Am 31. Spieltag wird es für den SC Freiburg nochmal eng im Abstiegskampf und nach einer Niederlage gegen Dortmund rutschen die Breisgauer auf Rang 16 ab. Aus den letzten drei Spielen holt der Sport-Club dann aber noch sieben Punkte und sichert sich damit den Verbleib in der Bundesliga.


"Platz 13 wäre total in Ordnung für uns", sagt Sport-Vorstand Jochen Saier. "Ich würde alles unterschreiben, wenn die Art und Weise, wie wir uns auf dem Platz präsentieren, ordentlich ist."

12. FSV Mainz 05 (35 Punkte, 34:50 Tore)

28 Tore kassiert der FSV Mainz in der Rückrunde und kann damit die gute Defensivleistung aus der Hinserie nicht bestätigen. Obwohl die Mainzer den letzten Saisonsieg schon am 28. Spieltag einfahren und es hinten raus noch mal knapp wird, werden sie am Ende Zwölfter. Sport-Vorstand Rouven Schröder ist mit dem damit einhergehenden Klassenerhalt zufrieden. 

11. FC Schalke 04 (40 Punkte, 44:48)

"Schalke hat eine Katastrophen-Hinrunde gespielt", findet Matthäus und kritisiert die Unruhe im Verein sowie die "rätselhafte" Transferpolitik. Dementsprechend gibt es für die Königsblauen für den Rest der Saison weiterhin nur den Abstiegskampf, erst am 32. Spieltag sind die Schalker gerettet. Auch das zweite Derby der Saison gegen den BVB geht verloren und eine verkorkste Saison endet auf Rang elf.


Trainer Domenico Tedesco bezeichnet sich selbst nicht als Freund solcher Hochrechnungen, für ihn sind andere Dinge wichtig: "Unser Ziel ist es, in jedem Spiel das Maximum zu erreichen und so viele Punkte wie möglich zu holen."

10. Hertha BSC (43 Punkte, 44:50 Tore)

Nochmal 24 Punkte wünscht sich Herthas Trainer Pal Dardai für die Rückrunde - doch daraus wird nichts, lediglich 19 Zähler und am Ende Platz zehn springen für Hertha BSC nach Matthäus' Tabelle heraus. "Lothar hat Ahnung, ich schätze seine Aussagen sehr. Er sieht das sehr realistisch. Aber wir versuchen natürlich, mehr zu schaffen", gibt sich Dardai diplomatisch. 

9. SV Werder Bremen (44 Punkte, 58:61 Tore)

"Zufrieden wäre ich mit dieser Platzierung nicht", gibt Trainer Florian Kohfeldt zu. Denn geht es nach Matthäus, werden die Bremer lediglich Neunter und verpassen deutlich das selbsterklärte Ziel von Europa. Werder geht vor allem zum Ende der Saison die Puste aus, ab dem 30. Spieltag bleiben die Norddeutschen sieglos. "Wir werden alles tun, das im positivsten Sinne zu widerlegen", kündigt Kohfeldt an.

8. VfL Wolfsburg (46 Punkte, 48:52 Tore)

Lothar Matthäus erwartet einen Einbruch des VfL Wolfsburg, der ganze zehn Punkte weniger holt als in der Hinrunde. Die Wölfe müssen sogar bis zum 26. Spieltag warten, ehe 2019 das erste Spiel gewonnen wird - generell gelingen lediglich vier Siege.


Das macht in der Summe Platz acht. Vor der Saison wäre Mittelfeldspieler Joshua Guilavogui damit zufrieden gewesen, aber "jetzt haben wir eine sehr gute Hinrunde gespielt und es ist klar, dass wir in der Rückserie nicht schlechter sein wollen".

7. Bayer Leverkusen (54 Punkte, 62:52 Tore)

Peter Bosz holt mit Bayer Leverkusen ganze 30 Punkte in der Rückrunde. "Der Trainer-Wechsel wir ihnen gut tun. Der Stil von Bosz kommt der Mannschaft entgegen", meint Matthäus. Leverkusen schrammt aber trotzdem haarscharf an der Qualifikation für die Europa League vorbei. "Unser Ziel ist Europa. Von daher werden wir alles versuchen, dass Lothar falsch liegt",  stellt Sportdirektor Simon Rolfes klar.


Eigentlich ist die Werkself sogar auf Kurs und hat am 34. Spieltag in Berlin die Chance, noch an den Frankfurtern vorbei zu ziehen, die in München verlieren. Bayer gelingt bei der Hertha aber nur ein 1:1 und bleibt damit Siebter.

6. Eintracht Frankfurt (55 Punkte, 66:50 Tore)

Laut Lothar Matthäus holt die Frankfurter Eintracht in der Rückrunde sogar noch einen Zähler mehr (28) als in der Hinrunde, verteidigt damit den sechsten Platz und qualifiziert sich damit erneut für die Europa League. Die SGE zeichnet dabei eine unheimliche Heimstärke aus: Während es auf fremdem Platz kaum Grund zum Jubeln gibt, gewinnen die Frankfurter in der Commerzbank-Arena alle Spiele bis auf eines (2:2 gegen Dortmund).


Damit dies tatsächlich so kommt, muss die Eintracht in den 17 Rückrunden-Spielen 15 Mal an die Grenze gehen - sagt Sportdirektor Bruno Hübner.

5. TSG Hoffenheim (56 Punkte, 65:44 Tore)

Julian Nagelsmann gelingt zum Abschluss seiner Zeit in Hoffenheim nicht die erneute Qualifikation zur Champions League. Die Rückrunde startet vielversprechend mit Punktgewinnen gegen Bayern und Dortmund, die erste Niederlage 2019 gibt es Anfang März in Frankfurt. Die Kraichgauer bleiben danach allerdings bis Mitte April sieglos und können den Rückstand auf Gladbach, auch durch eine Niederlage im direkten Duell am 32. Spieltag, nicht mehr aufholen. Stattdessen droht sogar das Verpassen der Europa League, mit zwei Siegen zum Abschluss sichert sich die TSG aber Rang fünf.


"Wenn wir eine ähnliche Siegquote hinlegen wie im letzten Jahr, dann haben wir die Chance, unter die ersten vier zu kommen", findet Nagelsmann. "Es geht tatsächlich darum, drei wundervolle Jahre nochmal zu krönen."

4. Borussia Mönchengladbach (63 Punkte, 66:40 Tore)

Wie Willi Orban würde auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl Matthäus' Tipp "sofort unterschreiben". So einfach sei es aber nicht: "Wir stellen uns auf eine schwere Rückrunde ein  und konzentrieren uns auf den Start in Leverkusen."


Der geht allerdings daneben: Peter Bosz gewinnt zum Auftakt gegen Gladbach mit 2:0. Zu Hause bleiben die Fohlen allerdings gewohnt stark, punkten gegen Bayern, schlagen Dortmund und beenden die Saison im Borussia-Park ungeschlagen. Auswärts gibt es die üblichen Patzer wie zum Beispiel in Mainz, mit der Qualifikation für die Champions League kann der VfL trotzdem sehr gut leben.

3. RB Leipzig (65 Punkte, 64:37 Tore)

RB Leipzig schlägt am vorletzten Spieltag die Bayern und entscheidet damit die Meisterschaft zu Gunsten von Borussia Dortmund - mehr hat das Team von Ralf Rangnick allerdings nicht mit dem Titelkampf zu tun. Auch der Rückstand auf Rang zwei zu den Bayern wächst von fünf auf ganze 13 Zähler an. 


Kapitän Willi Orban wäre damit dennoch zufrieden: "Lothar Matthäus ist eben ein absoluter Fachmann. Das würden wir alle sofort unterschreiben."

2. FC Bayern München (78 Punkte, 80:30 Tore)

"Die Bayern in der Rolle des Jägers - darauf bin ich gespannt, darauf freue ich mich", sagt Matthäus in der Sport Bild. "Sie sind angriffslustig und haben wieder in die Spur gefunden." 42 Punkte holen die Bayern demnach in der Rückrunde und schnuppern auch am Titel, den ersten Platz erreichen sie aber nie. Am Ende fehlt ein Zähler zum siebten Titel in Folge.


"Wir wollen den Rekordnationalspieler widerlegen", gibt sich Verteidiger Niklas Süle kämpferisch. "Es gibt keinen hier, der nicht davon überzeugt ist, dass wir Meister werden. Sechs Punkte sind nicht die Welt!"

1. Borussia Dortmund (79 Punkte, 87:40 Tore)

Borussia Dortmund muss in der Rückrunde lediglich zwei Niederlagen hinnehmen: Die eine im direkten Duell beim FC Bayern am 28. Spieltag, die andere in Mönchengladbach am letzten Spieltag - wenn der Titel schon fest steht. Zwar rücken die Bayern durch den Sieg gegen den BVB und mehrere Unentschieden der Schwarz-Gelben zwischenzeitlich dicht heran, eine Niederlage der Münchener in Leipzig am 33. Spieltag verhilft den Borussen im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf aber schließlich zum Titel.


Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc freut sich über die Prognose, stellt aber klar, dass diese "keinen Sieg, keinen Punkt und nicht einmal einen Einwurf" bringe. Für den BVB gehe es darum, die "nötige Gier aufzubauen und in der Rückrunde jedes Spiel hoch seriös anzugehen".

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