Nachdem er im Rahmen der Vorsaison noch für zahlreiche Furore in der Bundesliga gesorgt hatte, ist die Karriere von Leverkusens Leon Bailey mittlerweile ins Stocken geraten. Unter Neu-Trainer Peter Bosz soll der Jamaikaner nun wieder aufblühen - und zwar mithilfe eines simplen Kniffs.

Einen Tag vor Heilig Abend heuerte Peter Bosz als neuer Cheftrainer bei ​Bayer Leverkusen an. Und für Flügelstürmer Leon Bailey war der Niederländer offenbar ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Während der Jamaikaner vorige Saison noch zu den Leistungsträgern zählte, blieb er unter Vorgänger Heiko Herrlich zuletzt komplett blass. Doch ​seitdem Bosz das Zepter beim Werksklub in der Hand hält, kommt der 21-Jährige wieder in Fahrt.

Friendly'Bayer 04 Leverkusen v PEC Zwolle'

Leverkusens neuer Cheftrainer: Peter Bosz.


Im Testspiel gegen PEC Zwolle (3:1) am vergangenen Samstag erzielte Bailey einen Doppelpack. Der Youngster scheint auf dem besten Weg zur alten Form zu sein und glänzt wieder auf dem Spielfeld. Doch warum erst jetzt? Was hat der neue Coach geändert?

Die Antwort: Bosz ließ den Linksfuß über den rechten Flügel kommen, will den Angreifer zu einer Art Arjen Robben 2.0 machen. „Ich habe immer gesagt, dass meine beste Position auf der rechten Seite ist. Rechts fühle ich mich sehr wohl. Und wenn sich ein Spieler wohlfühlt, kann er eine Menge Dinge machen“, freut sich Bailey über seine neue Position.

Der Trainer wiederum erklärte nach dem Sieg gegen Zwolle, dass „im modernen Fußball nicht mehr nur der Stürmer“ die Tore schieße. „Man sieht mehr und mehr, wie die Spieler von außen in die Mitte kommen und den Abschluss suchen. Das haben wir auch bei uns gesehen.“


„Die Erfahrung mit Herrlich war nicht gut“

Peter Bosz und Leon Bailey - das passt einfach. Wie auch Baileys Berater Craig Butler gegenüber der Sport Bild betonte: „Es gibt zwei Arten von Trainern. Diejenigen, die ihre Taktik durchziehen wollen. Und diejenigen, die Spieler besser machen und ihre individuelle Klasse nutzen, um mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Dazu zählt Bosz. Ich hoffe, dass Leons Entwicklung unter ihm gut weitergeht und er den nächsten Schritt in seiner Karriere macht.“

Butler ergänzte: „Die Erfahrung mit Heiko Herrlich war nicht gut. Er hat Leon auch nie erklärt, warum er weniger spielt.“

„Top-Klubs haben sich gemeldet“

So musste der 21-Jährige, der nach der Saison 2017/18 auf dem Zettel diverser Vereine stand, seine Situation bei Bayer zuletzt auch neu überdenken und andere Möglichkeiten ausloten. „Top-Klubs haben sich gemeldet. Real und Atlético Madrid, Chelsea, AS Rom“, verrät sein Berater. Und offenbar besteht der Kontakt noch immer: „In den letzten Monaten waren auch sie überrascht, dass Leon so selten spielt. Sie fragten sich, warum ein Top-Spieler der Liga wie er auf einmal auf der Bank sitzt.“

Unter Bosz wird der Flügelflitzer wohl nicht mehr außenvor bleiben. Und Bailey selbst, der vom offensiven Spielstil des Niederländers schwärmt, denkt wohl vorerst auch nicht mehr an einen Abschied!