Ja, ja - die in Europa spielenden Brasilianer und ihr Heimaturlaub: Das ist länder- und ligenübergreifend ein ganz eigenes Kapitel im internationalen bezahlten Fußball. Mit aktuell 14 Tagen unerlaubter und eigenmächtiger Verlängerung des Urlaubs dürfte Caiuby Francisco da Silva (30) - kurz "Kai-Uwe" - im imaginären Ranking der "größten Trainings-Schwänzer" ziemlich weit vorne liegen.


Leider ist das alles nichts Neues in Augsburg. Im Sommer war er schon mal über mehrere Tage hinweg gar nicht lokalisierbar. Am Ende stand eine Abmahnung und eine empfindliche Geldstrafe. Sportchef Stefan Reuter (52) damals: "Der teuerste Urlaub seines Lebens." (Quelle: bild.de). 


Diesen Superlativ dürfte die jetzige unerlaubte Abwesenheit wohl noch toppen. Denn - es wird wohl nicht mehr bei rein finanziellen Strafen bleiben. Vor knapp elf Tagen spekulierte der kicker bereits über das Aus des Spielers beim ​FC Augsburg. Verantwortliche, Spieler (und immer mehr Fans) sind zunehmend genervt von dem divenhaften Verhalten des ehemaligen Publikumslieblings. "Kai-Uwe" hatten sie ihn ob der etwas schwierigen Schreibweise seines Namens kurzerhand umgetauft. Signal: du bist einer von uns. 


Doch nach zahlreichen Eskapaden, denen immer seltener überzeugende sportliche Auftritte folgten, scheint man in der Fuggerstadt die Geduld mit dem in Sao Paolo geborenen Brasilianer verloren zu haben. Da war diese Anzeige wegen angeblicher Körperverletzung. Caiuby selbst gibt sich in dieser Angelegenheit locker: "Davor habe ich keine Angst, denn ich weiß, was passiert ist." Ausgang: offen. Da war ferner die im schlafenden Zustand angetretene Bahnfahrt von München, wo er die Wiesn besucht hatte, nach Augsburg. Ohne Bahnticket! Da war die Tattoo-Affäre. Ausgerechnet im Abstiegskampf ließ sich der Stürmer ein recht großes Motiv in die Haut stechen. Und da waren die zahllosen Verspätungen, die im Vergleich zu den aufgezählten Verfehlungen ja fast schon anekdotisch anmuten. 


In der Summe jedenfalls hat sich Caiuby mittlerweile zuviel geleistet. Sportdirektor Reuter ist nun gefragt. Eine weitere Abmahnung ohne darüber hinaus gehende Konsequenzen würde sein Handeln vom Sommer inkonsequent erscheinen lassen. Das Schlimmste, was man einem Sportchef vorwerfen kann, denn dadurch verliert er in der Mannschaft an Respekt und Autorität. Sollte Caiuby also irgendwann mal wieder am Trainingsgelände der Fuggerstädter auftauchen, könnte das auch gleichzeitig sein letztes Mal sein.


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