Sportlich war es in den letzten Wochen vor der Winterpause eher ruhig um Lewis Holtby geworden. Kaum wirklich überzeugende Spiele (schon gar nicht über die volle Distanz von neunzig Minuten), keine Tore, keine Vorlagen. Stattdessen wutschnaubendes Verlassen des Platzes bei Auswechslungen, provokante bis ​rätselhafte Instagram-Posts und die Klage in Richtung Medienvertreter, ihn als Buhmann auserkoren zu haben. Jetzt hat Holtby eine Ansage für die Rückrunde gemacht - an der er sich wird messen lassen müssen.


"Sportlich ruhig" bedeutet in einer Medienstadt wie Hamburg, dass es proportional dazu im außersportlichen Bereich umso schriller wird. Denn wenn die Leistungen fehlen, ja dann nimmt sich die eine oder andere Tageszeitung oder Fernsehsender oder Radiostation tatsächlich doch mal das Recht heraus, diesen Umstand zu benennen und nach Gründen dafür zu fragen.

Mit der Suche nach dem Sündenbock, wie es der Spieler etwas verzerrt wiedergegeben hat, hat das nur wenig zu tun. Aber Umgang mit Kritik scheint in diesen Zeiten ja etwas zu sein, mit dem so mancher Spieler nicht richtig klarkommt. Da braucht der gute Lewis noch nicht mal ein vergoldetes Steak essen...


Holtby will "in jedem Spiel mindestens an einem Tor beteiligt" sein


Wir halten fest: Bislang hat Lewis Holtby in jedem Liga-Spiel gespielt, außer wenn er verletzt war. Das macht in der Summe 16 Spiele. In diesen Spielen erzielte der ​HSV 21 Tore. An fünf von ihnen, also knapp jedem vierten, war Holtby, per Tor oder mit Assist, beteiligt. Das ist ein ganzes Stück weg von dem, was derselbe Spieler im Schlussakkord der vergangenen Saison leistete. Und zwar eine Etage höher. Da gelangen ihm in den letzten sieben Bundesliga-Spielen des HSV fünf Treffer (von insgesamt zehn Toren, die der HSV in diesen Spielen erzielte). 


Macht im Schnitt ein Tor in jedem zweiten Spiel. Also ein ziemlicher Unterschied. Streng numerisch war der Spieler damals doppelt so gut wie heute. Dass da nachgefragt wird, dürfte einem so erfahrenen Spieler wie Holtby klar sein. Und vielleicht gerade deshalb hat er dieser Tage noch mal nachgelegt. Nicht so sehr mit Beschwerden oder Klagen über dies und jenes, sondern mit einer Kampfansage in eigener Sache. Sein Ziel, so der Ex-Nationalspieler, für die Rückrunde sei es, "in jedem Spiel mindestens an einem Tor beteiligt zu sein und gleichzeitig Drecksarbeit nach hinten zu verrichten". Wow, das ist mal eine Ansage. Wir werden sie im Hinterkopf behalten und in den nächsten Wochen und Monaten genau draufschauen.  ​