Mit 39 Jahren wagt Jaroslav Drobny nochmal einen neuen Anlauf. Bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf will der Tscheche helfen, die Liga zu halten und unterschrieb vorerst bis Saisonende. Bei Ex-Verein Werder Bremen wurde er zuletzt auf dem Platz nicht mehr gebraucht, dennoch könnte der erfahrene Schlussmann wohl nochmal an die Weser zurückkehren. 


Werder Bremen weiß, was es an Jaroslav Drobny hatte. 2016 aus ​Hamburg zum Nord-Rivalen gewechselt machte der Tscheche in seiner ersten Saison zehn Bundesliga-Partien - dann war er die Nummer Zwei. Wieder. Wie schon in Hamburg. In der folgenden Spielzeit blieb der Keeper ganz ohne Einsatz. Doch war Jaroslav Drobny nie einer, der sich beschwerte. Nicht, weil er keinen Anspruch auf Spielzeit erhoben hätte, viel mehr, weil ihm gegenseitiger Respekt im Mannschaftsgefüge ein hohes Gut ist. Dazu gehört auch, seinen Platz in einer Hierarchie zu akzeptieren. Gleichzeitig machte der siebenfache Nationalspieler stets - in Hamburg wie in Bremen - deutlich, dass er mit seinen Fähigkeiten in der Bundesliga genau richtig aufgehoben ist. 

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In zweieinhalb Jahren hütete der Tscheche nur zehnmal das Bremer Tor


Diese Kombination macht Drobny zu dem perfekten zweiten Torhüter - eine Seltenheit im Leistungs- und Finanz-getriebenen Profifußball. Des Glücks, das sie mit ihrem Routinier hatten, sind sich auch die Verantwortlichen von Werder bewusst. Wohl kaum wäre die Integration der Bremer Nummer Eins, des Tschechen Jiri Pavlenka, so reibungslos verlaufen, wenn sich nicht Landsmann Drobny des jungen Konkurrenten angenommen hätte. "Jaroslav hat sich immer vorbildlich verhalten", berichtet auch der Sportchef der Werderaner, Frank Baumann. So war es für die Verantwortlichen des Klubs auch keine Frage, zuzustimmen, als der 39-Jährige um Freigabe bat, in der Hoffnung noch einmal an Spielzeit zu kommen. 


Aus den Augen, aus dem  Sinn - so soll die Beziehung des ​Weser-Vereins zu seinem loyalen Schlussmann nicht enden. Denn irgendwann ist auch die längste Spielerlaufbahn vorbei. Und für die Karriere nach der Karriere will Werder dem Torwart-Rentner Drobny, der im Oktober 40 wird, Optionen bieten. Entsprechende Gespräche kündigte Baumann dem Fan-Portal Deichstube schon jetzt an: "Wir werden uns im April, Mai sicherlich mal austauschen. Dann schauen wir mal, was möglich ist und für beide Seiten passt". Im Raum steht laut der Website wohl beispielsweise eine Ausbildung zum Torwarttrainer.