Der ​Hamburger Sportverein verliert ein weiteres seiner Gesichter. Nach mehr als zwanzig Jahren (mit Unterbrechungen) in Diensten der schwarz-weiß-blauen Raute sagt Marinus Bester überraschend "Tschüß". Wohin es ihn zieht, ist noch unklar.


Geboren wurde Marinus Bester in Hamburg, seine ersten Gehversuche im Herren-Fußball machte er jedoch in Bremen beim SV Werder. Die einzigen Profi-Tore (drei an der Zahl!) wiederum erzielte er in Hamburg. So richtig durchsetzen sollte sich Bester im Profi-Fußball nie. Das Pendeln zwischen beiden Hansestädten, später noch um die einjährige Station Gelsenkirchen erweitert, sollte ebenso eine der Charakteristiken seiner Laufbahn werden, wie die Tatsache, dass er das Geschehen im bezahlten Fußball zumeist von der Ersatzbank aus verfolgte.


Beim HSV bekleidete Marinus Bester verschiedenste Funktionen im Nachwuchs- und Amateur-Bereich. 2003 machte man ihn zum Teamkoordinator. Zu Beginn der Saison 2018/19 wurde er zum Co-Trainer unter Christian Titz ernannt. Auch nach dessen Entlassung blieb er unter dem neuen Trainer Hannes Wolf dem Trainerstab erhalten.


Peters-Aus am Ende der Grund für Besters Abgang?

Am Montag, der gruselige Testspiel-Kick gegen St.Gallen (0-3) war gerade beendet, verbreitete der Verein die Nachricht, die nicht wenige im Klub und seinem Umfeld schockierte. Gegenüber der Mopo sagte Bester: "Ich habe das Gefühl, dass ich für mich persönlich etwas ändern muss. Da halte ich den Zeitpunkt meines 50. Geburtstages (Bester wird morgen 50) für den absolut richtigen."


Klingt reichlich schwammig und alles andere als klar. Für viele ein Indiz mehr, dass zu den wahren Gründen einige Veränderungen im Nachwuchsbereich der Rothosen gehören, mit denen Bester nicht einverstanden war. Da er aber auch gleichzeitig zu sehr Teamplayer ist, würde es ihm nie einfallen, seinen Verein öffentlich anzuprangern. Dennoch tuschelt man klubintern und hinter vorgehaltener Hand, dass vor allem die Trennung von Nachwuchs-Koordinator Bernd Peters verantwortlich für Besters Sinneswandel war. Bester war ein großer Bewunderer des Jugendleiters und entsprechend enttäuscht, als dieser und der Verein vor wenigen Monaten ihre Zusammenarbeit beendeten.

Wohin es den ehemaligen Stürmer nun zieht, ist ungewiss. Denkbar wäre eine Beschäftigung im Beratergeschäft. Auch eine Rückkehr in seinen alten, erlernten Beruf des Journalisten steht zur Debatte. Der HSV jedenfalls verliert wieder ein Stückchen seiner Identität. ​