BVB wieder meisterlich? Das Favre-Team im direkten Duell mit der Titel-Elf 2012

Borussia Dortmund ist mit sechs Punkten Abstand Herbstmeister. Nur vier Spiele konnte die Borussia nicht gewinnen. Die Tür zur Meisterschaft steht durch die durchschnittliche Saison des FC Bayern München nun offen. Es wäre der erste Liga-Titel seit 2012. Nach der damaligen Hinrunde lag der BVB noch drei Punkte hinter dem Rekordmeister.


Wie schlägt sich die aktuelle Favre-Truppe im Vergleich zur Meisterelf von 2012? Ist der BVB wieder meisterlich? Die beiden Teams im Vergleich:

1. Torwart: Roman Bürki - Roman Weidenfeller

Auf der Torhüterposition ist das Rennen unheimlich eng. Sowohl Weidenfeller als auch Bürki lieferten starke Leistungen und waren absolut gesetzt. Allerdings ist die Marke von 15 "Weißen Westen" von Weidenfeller eine echte Hausnummer und wahrscheinlich auch für den Schweizer nicht zu erreichen. Insgesamt kassierte die Borussia in der Hinrunde 2012 sechs Gegentore weniger als in dieser Saison. Daher ist Weidenfeller leicht im Vorteil.

2. Rechter Verteidiger: Lukas Piszczek

Der Pole ist der einzige Spieler, der sowohl in der Meisterschaftssaison als auch in der jetzigen Mannschaft als Stammkraft gesetzt ist. Auch hier ist der Vergleich sehr knapp. Allerdings setzt sich auch hier wieder der Spieler aus dem Jahr 2012 durch. Zwar glänzt Piszczek auch in dieser Saison wieder mit sehr guten Leistungen, doch im Vergleich zum "alten" Piszczek ist er in der Offensive nicht mehr ganz so aktiv. Defensiv hat er aber die gleiche Qualität, die den BVB auch schon 2012 zum Meister machte. 

3. Innenverteidiger: Manuel Akanji - Mats Hummels

An den Leistungen eines Mats Hummels im Meisterjahr kommen nicht viele Innenverteidiger heran. Auch nicht der junge Manuel Akanji, der im letzten Winter aus Basel kam. Der 23-jährige Schweizer machte seine Sache durchaus gut und zeigte nie große Schwächephasen. In Sachen Physis und Körpersprache steht er allerdings nicht ganz auf der Stufe von Hummels - der damals auch als "Quarterback" des BVB-Spiels glänzte. 


Wegen einer Hüftverletzung fällt Akanji zudem auch noch eine Weile aus. Aber auch der ihn ersetzende Toprak hat noch Luft nach oben. Hier behält wieder einmal der Meisterelf-Spieler in Person von Hummels die Nase vorn.

4. Innenverteidiger: Abdou Diallo - Neven Subotic

Auf der zweiten Innenverteidiger-Position ist das Ergebnis zwar nicht ganz so deutlich, doch es bleibt das gleiche. Der Neuzugang aus Mainz Diallo, kann nicht ganz mit der Konstanz und Leistung von Subotic mithalten. Dem Franzosen fehlt es noch etwas an Erfahrung. Zumindest strahlt er bei Standards immer wieder Gefahr aus und erzielte auch schon ein Tor, was Subotic in der gesamten Saison 2011/2012 nicht gelang. 

5. Linker Verteidiger: Achraf Hakimi - Marcel Schmelzer

Auf der linken Außenverteidiger-Position ist es erneut eng. Youngster Hakimi kann allerdings mit den Leistungen von Schmelzer mithalten und gewinnt den Vergleich somit auch. Die Real-Leihgabe ist defensiv sehr solide (wenn auch manchmal etwas ungestüm) und entwickelt auch einen starken Offensivdrang. In zwölf Partien gelangen dem Marokkaner immerhin vier Torbeteiligungen. Da auch Schmelzer als absoluter Stammspieler gesetzt war, fällt die Entscheidung nur knapp auf Hakimi. 

6. Defensives Mittelfeld: Thomas Delaney - Ilkay Gündogan

Beim Vergleich im defensiven Mittelfeld fällt die Wahl auch nicht gerade leicht. Der Neuzugang Thomas Delaney sorgt zwar mit vielen starken Pässen und seiner Physis für eine starke Präsenz im Dortmunder Mittelfeld, aber Gündogan bestach mit enormer Kreativität und etwas mehr offensivem Feingeist. Trotzdem ist die Entscheidung denkbar knapp, das Verständnis für das Team und die mangelnde Eingewöhnungszeit machen allerdings den Unterschied zugunsten des deutschen Nationalspielers aus.

7. Defensives Mittelfeld: Axel Witsel - Sebastian Kehl

Dass der im Sommer verpflichtete Axel Witsel so überzeugen würde, hätten nur die wenigsten gedacht. Seit seinem Wechsel verpasste der Belgier keine einzige Bundesligapartie und führt den BVB mit Laufstärke und Vielseitigkeit immer wieder zum Erfolg. Im Vergleich zum damaligen Kapitän Sebastian Kehl ist Witsel ein noch größerer Faktor im Spiel - er gilt als das "Gehirn" der Mannschaft. Damit setzt er sich gegen die 2012er-Version von Kehl durch.

8. Offensives Mittelfeld: Marco Reus - Shinji Kagawa

Der Japaner Kagawa trug 2012 wesentlich zur Meisterschaft bei. Mit 25 Torbeteiligungen war er die offensive Schaltzentrale des BVB. In seiner damaligen Verfassung wäre es schwer, sich in einem direkten Vergleich durchzusetzen. Nicht aber für Marco Reus. Der Nationalspieler ist in einer blendenden Form und zeigt Woche für Woche sein Können. Ihm gelangen bereits elf Tore und als Spielmacher ist er unter Favre nicht wegzudenken. Reus könnte bei Dortmund zum Spieler der Saison werden. Gegen Kagawa setzt er sich zumindest mühelos durch.

9. Linker Flügel: Raphaël Guerreiro - Kevin Großkreutz

Mit Guerreiro besitzt der BVB eine Allzweckwaffe. Der eigentlich Außenverteidiger spielte bei den Borussen zuletzt häufig auf dem linken Flügel. Dort machte er seinen Job sehr ordentlich, nachdem er zu Beginn der Hinrunde noch mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Im Vergleich mit Großkreutz setzt er sich vor allem wegen seiner Schnelligkeit durch. Auch der ehemalige deutsche Nationalspieler war zwar ein fester Bestandteil der Mannschaft, doch das Duell mit dem Portugiesen verliert er knapp.

10. Rechter Flügel: Jadon Sancho - Jakub Blaszczykowski

Auf der rechten Außenbahn brilliert beim BVB momentan ein junger Mann, den viele Fans vor einem Jahr noch gar nicht auf dem Schirm hatten. Jadon Sancho ist extrem torgefährlich, athletisch und kreativ. Dem Offensiv-Akteur können in dieser Saison nur wenige standhalten. Mit seinen starken Leistungen avancierte der junge Engländer sogar zum momentan wertvollsten Spieler der Bundesliga. Mit ihm kann nicht mal ein Blaszczykowski mithalten, der zwar enorm vielseitig ist, bei weitem aber nicht die Qualitäten und das Talent auf den Rasen brachte, wie es Sancho momentan tut. Einzig bei der Defensivarbeit hat der Youngster noch Nachholbedarf. 

11. Stürmer: Paco Alcacer - Robert Lewandowski

Wenn man diese beiden Stürmer in einem Team hätte, dann wäre keine Defensive der Welt erfreut, gegen dieses Duo zu spielen. Pure Effektivität trifft hier auf starke Abschlussqualitäten. Bei der Entscheidung dieses Duells ist die Wahl erneut sehr knapp. Zwar bringt Alcacer vor allem als Einwechselspieler einen enormen Torinstinkt mit sich, doch zu einem auch noch spielerisch starken Spieler wie Lewandowski fehlt auch ihm noch etwas. Der Pole besticht in jeder Saison immer wieder durch seine Dominanz und auch im Abschluss macht ihm so schnell keiner etwas vor. Da er 2012 auch noch zehn Assists verteilte, liegt er im Stürmerduell vorn.

12. Trainer: Lucien Favre - Jürgen Klopp

Beim letzten Vergleich, dem der Trainer, ist keiner besser als der andere. Jürgen Klopp und Lucien Favre sind beide herausragende Trainer, die dem Verein ihren Stempel aufdrücken. Auch wenn sie als Trainertypen durchaus unterschiedlich sind, befinden sie sich trotzdem auf einer gemeinsamen Stufe, was das Coaching betrifft. Beide analysieren ihre Gegner sehr genau und vor allem Favre wechselte in dieser Saison immer wieder den Erfolg ein. Die zwei Trainer hatten und haben beide das Potenzial, Meister zu werden. 

Beim Vergleichen der beiden Mannschaften kann man ein klares Schlussfazit ziehen: Die Borussia aus Dortmund hat definitiv das Potenzial Meister zu werden. Der Kader ist sehr komplett und steht der Mannschaft aus 2012 nur in wenigen Sachen nach. Die Defensive war während der letzten Meisterschaftssaison stabiler, doch die Offensive glänzt in dieser Saison noch mehr. Wenn Dortmund dieses Jahr weiter so konstant bleibt, dann ist die Chance groß, dass sich das Team am Ende als Meister feiern lassen darf.

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