Markus Weinzierl

VfB Stuttgart: Wer unter Weinzierl gesetzt ist - und wer noch zittern muss

Die Hinrunde verlief für den VfB Stuttgart alles andere als überzeugend. Mit Steven Zuber und Alexander Esswein konnten bislang nur zwei Neuzugänge präsentiert werden. Der Kampf um die Stammplätze ist dennoch entfacht. Während auf manchen Positionen das Machtverhältnis klar ist, haben sich auf anderen Problemstellen noch keine klaren Favoriten herauskristallisiert. 

1. Torhüter: Zieler bleibt die klare Nummer Eins

Ron-Robert Zieler spielte unterm Strich eine gute Hinrunde. Zwar war auch der Schlussmann, insbesondere in der frühen Saisonphase, nicht vor ein paar Wacklern gefeit, dennoch rettete der Routinier seinem Team auch so manchen Punkt. Als Back-ups stehen weiterhin Alexander Meyer und Jens Grahl parat.

2. Innenverteidigung: Kempf mit guten Karten

Noch ist unklar, ob die Schwaben in der Rückrunde auf eine Dreier- oder Viererkette setzen werden. Zuletzt setzte Weinzierl aber zumeist auf lediglich zwei Innenverteidiger. Dabei ist Eigengewächs Timo Baumgartl weiterhin absolut gesetzt. Verzichten müssen die Stuttgarter vorerst auf den verletzen Benjamin Pavard. Neben Baumgartl dürfte daher Marc Oliver Kempf zum Einsatz kommen. 


In der Hinterhand hat der VfB mit dem erst 17-jährigen Antonis Aidonis zwar ein großes Talent, im Abstiegskampf dürfte man jedoch auf bewährte Kräfte setzen. Fast noch weniger Chancen werden jedoch Holger Badstuber eingeräumt, der womöglich noch im Januar abgeben werden soll.

3. Außenverteidiger: Mehrere Optionen - aber noch keine Ideallösung

In der Hinrunde sollten eigentlich die beiden Neuzugänge Borna Sosa und Pablo Maffeo ins Team integriert werden. Beide Youngster erwiesen sich, auch verletzungsbedingt, bislang jedoch nicht als die erhoffte Verstärkungen. Daher setzte der VfB mit Emiliano Insua und Andreas Beck häufig auf die arrivierten Kräfte. Beide Routiniers wussten aber ebenfalls nicht wirklich zu überzeugen. 


Zumindest auf der linken Seite könnte Sosa nun einen erneuten Angriff auf einen Stammplatz versuchen und Insua verdrängen. Auf der rechten Seite war Weinzierl mit den gezeigten Leistungen so unzufrieden, dass er selbst die beiden gelernten Mittelfeldspieler Gonzalo Castro und Santiago Ascacibar auf dieser Position testete. Welcher Spieler am Ende das Rennen machen wird, ist noch nicht abzusehen.

4. Zentrales Mittelfeld: Ascacibar und jede Menge Erfahrung

In der Hinrunde schwankte Weinzierl zwischen einem 4-1-4-1-System und der Anordnung in einem 4-2-3-1. In beiden Varianten ist Santiago Ascacibar, sofern aus dem Experiment auf der Rechtsverteidigerposition nichts wird, absolut gesetzt. Neben dem giftigen Argentinier scheinen sich auch die beiden erfahrenen Mittelfeldakteure Christian Gentner und Dennis Aogo in eine gute Ausgangslage gebracht zu haben.


Ein großes Fragezeichen steht weiterhin hinter Daniel Didavi. Ist der Spielmacher komplett fit, kann er für fast jeden Bundesligisten eine große Verstärkung sein. So könnte auch Weinzierl in der Rückrunde vermehrt auf den spielstarken Schwaben setzen und ihn im offensiven Mittelfeld einsetzen. Berkay Özcan dürfte es indes weiterhin schwer haben und lediglich als Back-up für den gebürtigen Nürtinger agieren. Auch Gonzalo Castro muss sich nach der schwachen ersten Saisonhälfte erst einmal durch starke Trainingsleistungen empfehlen.


5. Außenbahnen: Neuzugänge mit guten Chancen auf einen Stammplatz

Steven Zuber wurde bis Saisonende von der TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen und könnte bei den Stuttgartern prompt einen Stammplatz erhalten. In der Hinrunde konnten auf der linken Außenbahn schließlich weder Emiliano Insua noch Erik Thommy überzeugen. Auch Nicolas Gonzalez dürfte trotz seiner schwachen Torausbeute eher als Mittelstürmer eingeplant sein.


Auf der rechten Seite hoffen viele VfB-Fans auf Anastasios Donis. Der Grieche fiel zuletzt aber wieder einmal durch Disziplinlosigkeiten auf und brachte sich somit in keine gute Ausgangslage für die Rückrunde. Neuzugang Alexander Esswein, der bis zum kommenden Sommer von Hertha BSC ausgeliehen ist, wittert daher seine Chance. Beim FC Augsburg arbeitete er einst bereits erfolgreich mit Weinzierl zusammen. Chadrac Akolo muss sich wohl weiterhin hinten anstellen.

6. Sturm: Gomez weiter unangefochten

Die Suche nach einem neuen Mittelstürmer gestaltete sich beim VfB bislang als schwierig. Auch für die Rückrunde führt daher, Stand heute, kein Weg an Mario Gomez vorbei. Dabei hoffen die Stuttgarter darauf, dass der Routinier seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten wiederentdeckt.


Sommer-Neuzugang Nicolas Gonzalez war in der ersten Saisonhälfte zwar sehr bemüht, vor dem gegnerischen Gehäuse versagten dem Argentinier jedoch zu häufig die Nerven. Auch Cadrac Akolo und der junge Leon Dajaku sind keine ernsthafte Alternativen. Bleibt Anastasios Donis fit und zeigt sich auch in den Trainingseinheiten von seiner guten Seite, ist zumindest der 22-Jährige noch ein Kandidat für die Startelf.

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